Mikrowohnen im stapelbaren Abwasserrohr

    Ansichtssache21. März 2018, 07:00
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    Ein Hongkonger Architekt experimentiert mit stapelbaren Rohren, die ein bis zwei Personen Platz bieten. Ganz neu ist die Idee nicht

    foto: james law cybertecture

    Zweieinhalb Meter Durchmesser hat das Opod Tube House, ein kostengünstiges Wohnexperiment, das das Architekturbüro James Law Cybertecture derzeit in Hongkong ausprobiert.

    Das Betonrohr bietet auf etwas mehr als neun Quadratmetern ein bis zwei Menschen Platz für temporäres Wohnen. Wohnschlafzimmer, Küche und Bad befinden sich in einem Raum.

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    foto: james law cybertecture

    Jedes Rohr hat eine Vorrichtung für Smartphones und Internetzugang. Zur Innenausstattung gehören auch platzsparende Mikromöbel.

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    foto: james law cybertecture

    Eine Sitzbank wird etwa zum Bett umfunktioniert, eine Mikrowelle und ein Minikühlschrank bilden gemeinsam mit einer Abwasch die Küche.

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    foto: james law cybertecture

    Die einzelnen Einheiten können bei Bedarf in kurzer Zeit gestapelt und variabel an verschiedenen Orten aufgebaut werden.

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    foto: james law cybertecture

    In Hongkong, wo akuter Wohnungsmangel herrscht, könnte man so temporär Raum auf brachliegenden Flächen zwischen zwei Häusern schaffen oder auf vorhandenen Gebäuden aufbauen, so das Konzept von Architekt James Law.

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    foto: das parkhotel/andreas strauss

    Neu sind die Rohrunterkünfte allerdings nicht: In Österreich gibt es schon seit 2006 Das Parkhotel im oberösterreichischen Ottensheim an der Donau und seit 2010 einen zweiten Standort in Bottrop-Ebel in Deutschland.

    Allerdings ist die Idee von Andreas Strauss eine komplett andere: "Unser Anspruch ist, eine temporäre Form der Gastfreundschaft im öffentlichen Raum zu schaffen", so der Erfinder des Parkhotels zum STANDARD. Eine schnell zugängliche und unkomplizierte Übernachtungsmöglichkeit für Radfahrer etwa sollte es sein.

    "Solche Wohnformen sind nicht dafür da, um ein Wohnraumproblem zu lösen", kritisiert Strauss, der sich kopiert und missverstanden fühlt. Die Rohre seien eine sichere, gemütliche Übernachtungsmöglichkeit für bis zu drei Tage, aber geeigneter Wohnraum sollte ein Menschenrecht sein. (adem, 21.3.2018)

    Links

    dasparkhotel.net

    jameslawcybertecture.com

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