"Civ 6: Rise and Fall" im Test: Solide Neuerungen, die größte Baustelle bleibt

    21. Februar 2018, 10:00
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    Erstes Addon verleiht Game sehr gute zusätzliche Facetten, beseitigt allerdings nicht das grundlegende Problem

    Es ist fast schon eine Tradition der "Civilization"-Reihe, dass der neueste Ableger eine zumeist grottige KI mit sich bringt, die dann sukzessive mit Addons und DLCs verbessert wird. Bei "Civilization 6" war dies erneut der Fall. Das Game war insgesamt grundsolide, nur die KI der Computergegner ein großer Reinfall. Das Spielerlebnis wurde somit durch irrationale Mitstreiter, die grundlos Krieg erklären oder schwachsinnige Züge begehen, getrübt. Mit "Rise and Fall" ist nun das erste Addon für "Civilization 6" da, das eine Vielzahl von Verbesserungen mit sich bringen soll – nicht nur bei der KI.

    Zuhauf Änderungen

    Zu den Neuerungen zählen acht neue Zivilisationen (darunter die Niederländer, Koreaner, Mongolen und Schotten), Chandragupta als zusätzlicher Anführer von Indien, Zeitalter-Punkte, Loyalität, Gouverneure, Allianzen in Notfällen und acht neue Weltwunder, sieben Naturwunder, vier Einheiten, vierzehn Gebäude und drei Ressourcen. Das Addon kostet 29,99 Euro, zum Spielen ist das Grundspiel "Civilization 6" nötig, das es aktuell vergünstigt um 29,99 Euro gibt.

    Gelungenes Zeitalter-System

    Die Eingangsfrage, ob "Rise and Fall" nun tatsächlich eine solide KI mit sich bringt, muss gleich vorweg mit einem großen Nein beantwortet werden. Diese handelt zwar nicht mehr ganz so irrational, ist aber immer noch sehr schwach im Vergleich zum Vorgänger. Abgesehen davon ist das Addon aber gelungen, vorallem aufgrund des Zeitalter-Systems, welches dem Spiel eine zusätzliche interessante Facette verleiht. Man sammelt nämlich während eines Abschnitts Punkte, die dann entscheiden, wie das nächste Zeitalter wird.

    Loyale oder illoyale Bürger

    Hat man eine Periode positiv abgeschlossen, wartet ein "Goldenes Zeitalter" auf den Spieler. Hat man keine gute Leistung abgeliefert, ein "Dunkles Zeitalter". Das "Goldene Zeitalter" bringt einen großen Bonus mit sich – die zweitgenannte Periode hat hingegen einen Negativ-Einfluss auf die Loyalität der eigenen Bürger. Wie der Name vermuten lässt, geht es um den inneren Zusammenhalt des eigenen Reichs. Die Loyalität der Bürger einer eigenen Stadt kann nämlich so weit zurückgehen, dass diese sich unabhängig macht. Dies kann übrigens ausgenutzt werden, um die City eines Gegners einzunehmen.

    Schwache Gouverneure

    Während dieses System gefällt, missfallen wiederum die neuintegrierten Gouverneure. Neun verschiedene Typen stehen hier zur Auswahl, die allesamt eine minimale Änderung für die Stadt, bei der sie eingesetzt werden, mit sich bringen. Ferner haben sie auch Einfluss auf die Loyalität, wobei der Unterschied auch hier sehr gering ausfällt. Prinzipiell macht die Funktion Sinn, allerdings ist sie aufgrund der kaum wahrnehmbaren Änderung noch nicht wirklich weit genug gedacht.

    Unausgereifte Allianzen

    Im Falle eines anstehenden Notfalls, wie etwa einem Atomangriff, können sich Spieler nun zu einer Allianz zusammentun. Kann man die Attacke gemeinsam erfolgreich verhindern, erhält man einen größeren Bonus. Somit können überstarke Gegner eingebremst werden. Auch hier kränkelt die eigentlich vielversprechende Idee an der schwachen KI. Hat man sich zu einer Allianz zusammengeschlossen, arbeiten die Computer-Mitspieler nicht wirklich effizient.

    KI ist nach wie vor dumm

    Und auch hier ist generell der größte Kritikpunkt. Während bei "Civilization 5" die Addons "Gods & Kings" und "Brave New World" sich tatsächlich positiv auf die KI auswirkten, greifen die Änderungen von "Rise and Fall" zu kurz. Es kommt immer noch vor, dass mitspielende Zivilisationen plötzlich erbost sind und denunzieren oder einen plötzlich als besten Freund betrachten. Und auch bei Kriegen stellt sich die KI selbst bei hohem Schwierigkeitsgrad dümmlich an.

    sid meier's civilization
    Trailer zu "Civilization 6: Rise and Fall".

    Fazit

    "Rise and Fall" erweitert das grundsolide "Civilization 6" um sehr gelungene Facetten, wie dem Zeitalter- und dem Loyalität-System. Die Gouverneure sind gut gemeint, aber haben zu wenig Einfluss und auch die Allianzen sind noch ausbaubar. Mit der weiterhin schwachen KI blieb die größte Baustelle allerdings bestehen. Man kann nur hoffen, dass das nächste Addon hier weiterhilft. "Rise and Fall" ist somit eine solide Erweiterung mit vielen Zusatzinhalten – das größte Problem besteht allerdings nach wie vor. (Daniel Koller, 21.02.2018)

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Richtlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt

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