Hideo Yokoyamas "64": Lügen und Intrigen

    20. Februar 2018, 10:11
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    Der Roman schildert die moderne Gesellschaft Japans, die feinen Abstufungen der Hierarchien und die Rituale der Höflichkeit

    Die Entführung und Ermordung eines Mädchens ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Monumental-Thrillers aus Japan. Man hat den Täter nie gefunden, erst Jahrzehnte später bringt ein vertuschter Fehler bei der Fahndung eine schicksalhafte Wendung in Gang.

    Hideo Yokoyamas ambivalenter Held Mikami ist Pressedirektor der Polizei in einer Präfektur, ein ungeliebter Job, doch wichtig für die Karriere. Mikami fühlt sich aufgerieben zwischen der Solidarität mit seinen Kollegen und den nach Sensationen gierenden Medien. Es ist ein ständiges Duell zwischen Information und Desinformation, das umso härter wird, je mehr gelogen wird. Als sich der Generalinspekteur aus Tokio ankündigt, läuft alles aus dem Ruder.

    64 ist ein Roman, der die moderne Gesellschaft Japans schildert, die feinen Abstufungen der Hierarchien und Intrigen, die Rituale der Höflichkeit, die immer noch exotische Stellung berufstätiger Frauen; eine fesselnde Mentalitätsgeschichte wird ausgebreitet, die Geduld und äußerste Konzentration verlangt. Das Personenverzeichnis ist hilfreich, nur Mut, es ist ein Leseabenteuer! (Ingeborg Sperl, Album, 20.2.2018)

    Hideo Yokoyama, "64". Deutsch: Sabine Roth. € 28,80 / 760 Seiten. Atrium-Verlag, Zürich 2018

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    • Hideo Yokoyama, "64". Deutsch: Sabine Roth. € 28,80 / 760 Seiten. Atrium-Verlag, Zürich 2018
      foto: atrium

      Hideo Yokoyama, "64". Deutsch: Sabine Roth. € 28,80 / 760 Seiten. Atrium-Verlag, Zürich 2018

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