Noch viele Vorbehalte beim Baustoff Holz

    16. Februar 2018, 13:34
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    Sorgen um hohe Kosten und Brandschutz als Hemmnisse

    Wer sich mit dem Baustoff Holz beschäftigt, wird bei seinen Mitmenschen auf Vorbehalte stoßen: bezüglich des Brand- und Schallschutzes etwa oder bezüglich der vermeintlich höheren Baukosten. Der Architektin Regina Lettner vom Büro Baukult ging es so, als sie das Produkt Investoren schmackhaft machen wollte: "Ich bin dann ein bisschen grantig geworden", berichtete sie vor kurzem bei einer Immodienstag-Diskussionsveranstaltung.

    Um zu erheben, wie Holz bei Wohnungssuchenden ankommt, führte sie eine Onlineumfrage unter knapp 300 Wohnungssuchenden durch. Die Ergebnisse: Ziegel, Holz und Lehm gelten als sympathische Baustoffe. Mit Holz werden beispielsweise die Attribute "natürlich" und "angenehme Atmosphäre" verbunden. Und 64 Prozent der Befragten würden für die Wohnung aus Holzfertigteilen gleich viel bezahlen wie für die herkömmliche Wohnung, zwölf Prozent sogar mehr. "Die Kunden sind bereit für den Holzbau", schlussfolgert Lettner. Diese Nachfrage werde aber in Wien noch nicht bedient. Denn das Bauen mit Holz ist im Wohnbau die Ausnahme. Dabei winke den Investoren aufgrund der Planungs- und Kalkulationssicherheit auch eine sichere Rendite.

    Positive Bewertung

    Auch die Interessengemeinschaft Bau Genial wollte der Scheu vieler Bauherren, wenn es um Holzbau geht, auf den Grund gehen und hat Telefoninterviews mit Planern, Bauträgern und Genossenschaften in Auftrag gegeben. Die Zukunft des Holzbaus wurde von einer Mehrheit der Befragten als positiv bewertet. Sorgen um höhere Kosten und Brandschutz und fehlendes Wissen würden die Entwicklung aber noch bremsen, so die Conclusio.

    Inwieweit die Errichtungskosten beim Holzbau höher sind, darüber war man sich im Publikum nicht ganz einig. Wenn ein Projekt von Anfang an als Holzbau geplant werde, dann sei es am Ende nicht teurer, meinten manche. Architektin Lettner sieht Einsparungspotenzial: "Viele Kostenersparnisse werden derzeit nicht weitergegeben, etwa die geringeren Personalkosten aufgrund des Vorfertigungsgrades." (zof, 16.2.2018)

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