Bizarre Stockfotos sorgen für Amüsement und Kopfschütteln

    12. März 2018, 11:01
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    Der britische Journalist Andy Kelly grast Agenturen systematisch nach bizarren Stockfotos ab

    Eine Vogelbesitzerin landet im Käfig, während ein Mensch im Vogelkostüm ihr aus einem Buch vorliest: Wer sich fragt, welche Nachrichtenartikel oder Werbekampagnen je mit diesem Foto illustriert werden könnte, ist damit nicht allein.

    Vielzahl bizarrer Motive

    Es ist nur eines von vielen bizarren Stockfotos, die von Agenturen wie Getty Images oder Shutterstock angeboten werden. Wer schon einmal mit Stockfotos gearbeitet hat, ist wohl rasch über derartige Bilder gestolpert. Der britische Journalist Andy Kelly hat dieses Erlebnis aber zum Anlass genommen, Agenturen systematisch nach bizarren Stockfotos abzugrasen.

    Im Netz populär

    Auf dem Twitter-Account "Dark Stock Photos" zeigt Kelly die wildesten Auswüchse an Stockfotografie. Mittlerweile erreicht er mehr als 274.000 Follower.

    "Warum existieren diese Fotos? Wer kauft sie? Was illustriert man damit?", fragte Kelly in einem Artikel im Guardian, in dem er sein Hobby beschrieb. Er liebe es, diese Bilder zu sammeln, da sie seine Fantasie anregten, erklärt Kelly. Sein Favorit ist etwa das Foto eines kleinen Buben auf einer Klippe, der eine Pistole in der Hand hat. "Was hat er gemacht?", fragt Kelly.

    "Sehr deprimierend"

    Um die neuesten "Dark Stock Photos" zu finden, sucht Kelly Agenturen nach einer Vielzahl von Begriffen wie "Tod", "Drogen", "Waffe", "Schmerzen" und "Leid" ab. Einige der Bilder seien jedoch "sehr deprimierend", außerdem hat Kelly beobachtet, dass Gewalt gegen Frauen sehr oft abgebildet wird.

    Erlauben sich Fotografen einen Spaß?

    Die großen Foto-Agenturen haben sich bislang nicht an Kellys Twitter-Account gestört. Zumindest sind noch immer alle Fotos online. Kelly denkt, dass eine Vielzahl der Aufnahmen wohl zum Spaß von Fotografen aufgenommen worden sind.

    Andere dürften aber tatsächlich kommerzielle Hintergedanken haben. So gehört es zum Geschäftsmodell von Fotoagenturen, für eine möglichst große Bandbreite von etwaigen Themen Material bereitzustellen. (red, 12.3.2018)

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