Elektroniklehrlinge sind gefragt

    23. Februar 2018, 11:49
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    Absolventen technischer Lehrberufe sind gefragt. Doch mit der zunehmenden Digitalisierung und Industrie 4.0 müssen sich auch die Lehrpläne verändern

    Mit der Vernetzung von Maschinen in Produktionsbetrieben, der Industrie 4.0, verändert sich auch die Lehrlingsausbildung in der Elektronikbranche. 2017 hat der damalige Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner die Lehrlingsoffensive gestartet, um die Lehrberufe an die Digitalisierung anzupassen. In deren Rahmen gibt es seit 2018 13 neue Lehrberufe, keinen in der Elektronik. Dennoch ist diese Bestandteil anderer Lehrberufe, wie etwa der Mechanik oder des neuen E-Commerce-Kaufmanns.

    Unter Elektronik fallen laut Arbeitsmarktservice (AMS) unter anderem folgende Lehrberufe: Elektroniker, Elektrotechniker, Konstrukteur für Elektroinstallationstechnik, Mechatroniker und Informationstechnologe. Insgesamt 10.235 Lehrlinge gab es 2017 in der Elektrotechnik und Elektronik, zeigt die Lehrlingsstatistik der Wirtschaftskammer, die vierthäufigste Lehrberufsgruppe.

    Gefragte Junge

    "Nicht nur mit höheren Ausbildungen, auch mit technischen Lehrberufen bestehen gute Berufsaussichten, die Absolventen sind gefragt", heißt es auf Anfrage vom AMS. So stehen auf der Liste der Berufe mit Fachkräftemangel häufig Elektrotechniker, besonders bei der Gebäudetechnik und Betriebselektronik, da viele Elektriker gebraucht werden, um Mess- und Steuertechnik zu installieren.

    Derzeit sehe man keinen Bedarf an einem neuen Elektroniklehrberuf, allerdings müsse der Rahmenlehrplan an die digitalen Entwicklungen angepasst werden, sagt Peter Winkelmayer vom Fachverband der Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI). "Künftig ist es nicht mehr notwendig, das Handwerk bis ins letzte Detail zu kennen, sondern den Prozess der Produktion zu verstehen." Also weniger selbst mit Maschinen arbeiten, dafür mehr Maschinen beaufsichtigen und deren Daten interpretieren. Es braucht daher Facharbeiter mit breitem Wissen für qualifizierte Tätigkeiten, Hilfs- oder Routinetätigkeiten übernimmt künftig die Maschine. Neben dem Fachwissen sind auch Deutschkenntnisse und soziale Kompetenzen gefragt.

    Vermehrt Kooperationen

    Daher führt der FEEI derzeit Gespräche mit Betrieben, der Erneuerungsprozess der Lehrpläne soll bis Sommer 2019 umgesetzt werden. Bis dahin sind die Betriebe und Berufsschulen am Zug, indem sie neue Technologien lehren, etwa wie man mit einem 3D-Drucker umgeht, oder überhaupt die Lehrwerkstätte gemäß Industrie 4.0 umbauen. Da sich das nicht jedes Unternehmen leisten kann, werde es in Zukunft vermehrt Kooperationen zwischen den Lehrbetrieben geben. (Selina Thaler, 22.2.2018)

    • Eine weites Feld für die Überarbeitung der Curricula.

      Eine weites Feld für die Überarbeitung der Curricula.

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