Lesbische Popsängerin beklagt Auftrittsverbot in Malaysia

    15. Februar 2018, 16:51
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    Sängerin Denise Ho bewarb sich um Konzert in Kuala Lumpur – Malaysischer Minister: Konzerte nur im Einklang mit "lokalen Gesetzen und Werten"

    Kuala Lumpur – Homo- und Transsexuelle werden in Malaysia per Gesetz verfolgt. Das hat auch für die Popwelt Folgen: Die offen lesbische Popsängerin Denise Ho aus Hongkong gab am Donnerstag an, ihr Ansuchen um die Genehmigung eines Auftritt in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur im April sei abgelehnt worden, weil sie die LGBT-Gemeinschaft unterstütze.

    Ein malaysischer Minister sagte, dass alle Auftritte im Land im Einklang mit den "lokalen Gesetzen und Werten" stehen müssten, stellte aber nicht klar, warum der Antrag zurückgewiesen wurde. "Malaysia heißt jeden Künstler willkommen, der gesunde Werte vertritt", sagte Malaysias Kommunikations- und Multimediaminister Salleh Said Keruak gegenüber der Thomson Reuters Foundation.

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    Denise Ho in der CNN-Serie "What Hong Kong means to me".

    "Ich bin enttäuscht", stellte Ho fest, "man würde denken, dass sich die Welt im Jahr 2018, während viele Länder Rechte für Homosexuelle und gleichgeschlechtliche Ehen vorantreiben, weiterentwickeln würde. Aber das ist nicht so." Homosexueller Geschlechtsverkehr kann im muslimisch geprägten Malaysia mit bis zu 20 Jahren Gefängnis, Stockschlägen oder einer Geldstrafe geahndet werden. Kampagnen mit dem Ziel, Homosexualität einzudämmen, werden von der Regierung genehmigt. Erst diese Woche sorgte eine malaysische Zeitung mit einer Anleitung für das Erkennen von LGBT-Personen für Aufregung in den sozialen Medien.

    Ho outete sich im Jahr 2012. Als sie 2006 in Malaysia aufgetreten sei habe sie dort, laut eigener Angabe, keine Probleme gehabt. Mindestens 2.000 Zuhörer seien bei ihrem Konzert erwartet worden. "Jeder hat das Recht er selbst zu sein. Wir können offen homosexuell sein, genauso wie jemand anders Christ oder Muslime sein kann", so die Sängerin. (APA, 15.2.2018)

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