Olympia-Kolumne: Beware of the Robot

    Kolumne15. Februar 2018, 16:23
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    Es ist schon drei Jahre her, da schockierte die Kunde von der Attacke eines Reinigungsroboters gegen dessen kurz am Boden eingenickte Hausfrau die Südkoreaner. Das Gerät erhängte sich im Bemühen, die auf dem Teppichboden ausgebreitete Mähne seines Opfers einzusaugen. Die Feuerwehr eilte zu Hilfe – der Hausfrau, nicht dem übereifrigen Gerät.

    Diese Geschichte im Hinterkopf meidet man in olympischen Innenräumen Kontakt mit Reinigungsrobotern, die groß genug wären, Hunde oder Katzen als Ganzes, quasi mit Haut und Haaren, zu entfernen. Nicht zuletzt ihnen ist es allerdings zu danken, dass man praktisch überall vom Boden essen könnte.

    Vollkommen sicher kann sich der Olympiabesucher vor einem Aquarium fühlen, in dem Roboterkois schwimmen. Nimmt man Futter- und Stromkosten einmal mit pari an, hat der Kunstkoi gewiss ökonomische Vorteile. Die echten Karpfenartigen kosten je nach Seltenheit der Zeichnung kleine bis große Vermögen. Und über Geschmack lässt sich ja streiten.

    Unbestreitbar praktisch sind dagegen die R2-D2-Nachbauten, die durch die Gegend zischen und artig Trinkwasser anbieten. Da ist es fast selbstverständlich, dass da und dort Maskottchen Soohorang, der weiße Tiger, als Roboter anzutreffen ist. Ausgestattet mit Spracherkennung weist er in vier Sprachen den Weg.

    An die hundert Roboter werken olympisch, aber ohne die tausenden menschlichen Freiwilligen ginge nichts. Die arbeiten bis zur völligen Erschöpfung und schlafen an allen möglichen Plätzen, auf Sesseln, Tischen, sogar Kästen. Nur nicht auf dem Boden. Die Bilder von vor drei Jahren sind offensichtlich noch präsent. (Sigi Lützow, 15.2.2018)

    • Ein Roboter macht, was er kann, Staub saugen.
      foto: reuters/phil noble

      Ein Roboter macht, was er kann, Staub saugen.

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