Dornbirn: Junge Zirkuskunst in alter Fabrikshalle

    15. Februar 2018, 14:42
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    In einer früheren Textilfabrik in Dornbirn wird junge Zirkuskunst gemacht. "Zack und Poing" eröffnet am Wochenende

    Dornbirn – Schon mal über Kugeln gelaufen, am Seil balanciert oder den Hula-Hoop-Reifen kreisen lassen? Im Dornbirner Gewerbepark Fischbach, wo früher Textilien gefertigt wurden, ist jetzt Zirkuskunst angesagt. Der Verein Zack und Poing hat nach Jahren der Suche hier eine Trainingshalle gefunden. 230 Quadratmeter groß und sechs Meter hoch, "auch passend für Luftakrobatik und fortgeschrittene Jonglage", freut sich Obfrau Raffaela Rudigier.

    Man merkt ihr an, dass sie es kaum glauben kann, dass die Suche nach einem Ort, an dem sich die bunte Vorarlberger Zirkusszene nun treffen kann, ein Ende hat: "Wir haben einen Platz gefunden, der zentral gelegen ist und auch noch beheizbar." In der Halle werden generationenübergreifende Kurse, Workshops für Kinder und Jugendliche und Meisterklassen für Profis angeboten. Die Disziplinen: Diabolo, Jonglage, Luftakrobatik, Feuerkunst, Hula-Hoop, Tanz, Akrobatik, Rhythmus, Body-Percussion, Clownerie. Verbunden wird die Bewegungskunst mit Yoga.

    Das Angebot richtet sich an bewegungsfreudige und neugierige Menschen aller Altersgruppen. Kinder können ihre Eltern mitbringen, Senioren üben die Kunst des Jonglierens ebenso wie Jugendliche. Profis wie die Luftakrobatin Christine Gruber oder der Zirkuspädagoge Sebastian Gerer geben ihr Können an begeisterte Schülerinnen und Schüler weiter.

    Schule fürs Leben

    Zirkus als geförderte Kunstform wie in Frankreich, Belgien oder Kanada seit Jahrzehnten üblich, ist in Österreich erst eine kleine Nische im kulturellen Angebot. Land und Stadt Dornbirn hätten das Potenzial erkannt, sagt Rudigier, sie subventionieren den Verein über Mietkostenbeiträge. Zeitgenössischen Zirkus beschreibt die Obfrau von Zack und Poing als "genreübergreifend, jung, bunt, kritisch, modern, kreativ und flexibel". Zirkuskunst zu leben heißt für die Journalistin "im Moment zu versinken, ganz im Flow zu sein".

    Kinder und Jugendliche leben in den Workshops nicht nur die Freude an Bewegung. "Vordergründig erlernen sie die Zirkusskills, bekommen aber viel mehr vermittelt", weiß Rudigier, selbst zweifache Mutter: "Kinder lernen, mit anderen auf ein gemeinsames Ziel, die Aufführung, hinzuarbeiten. Sie lernen sich zu helfen, sich gegenseitig zu unterstützen." Vor allem Kinder, die durch ihren Bewegungsdrang in der Schule oft als Störenfriede gelten, haben im Zirkus ihre Erfolgserlebnisse: "Hier sind sie die Checker, weil sie motorisch super drauf sind."

    Eröffnet wird die Halle mit einem Fest am Freitagabend, am Samstag, 18. Februar, darf von 10 bis 18 Uhr geschnuppert werden. (Jutta Berger, 15.2.2018)

    • Schule der Clowns bei Zack und Poing.
      foto: zack und poing

      Schule der Clowns bei Zack und Poing.

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