Pyramidenspiel: 12.000 Bitcoins weg, hunderte Österreicher betroffen

    15. Februar 2018, 10:51
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    Finanzmarktaufsicht zeigte Betreiber "Optioment" bereits im Jänner an – Zwei Steirer und ein Niederösterreicher im Vertrieb tätig

    Rendite von bis zu vier Prozent – und das pro Woche: Damit lockte der Anbieter Optioment investitionswillige Internetnutzer zu seinem Bitcoin-Trading-Angebot. Wer weitere Mitglieder warb, sollte von deren Einnahmen mitprofitieren. Schon länger stand das von den Betreibern angepriesene "System Option" unter Betrugsverdacht.

    Im Jänner brachte die österreichische Finanzmarkaufsicht schließlich Anzeige ein. 12.000 Bitcoins sollen verschwunden sein, berichten "ORF Eco" (Ausstrahlung: 15.02., 22:30, ORF2) und "Die Presse". Diese haben gemäß aktuellem Kurs von etwa 7.950 Euro einen Gegenwert von 95 Millionen Euro.

    Zahlungsfluss versiegte im November

    In Veranstaltungen habe Optioment erklärt, mit 35.000 Bitcoins abgesichert zu sein. Längere Zeit seien die versprochenen Rendite auch ausbezahlt worden. Ende November vergangenen Jahres soll der Zahlungsfluss jedoch versiegt und die Betreiber mit dem Krypto-Vermögen abgetaucht sein. Es hagelte Beschwerden. Optioment wurde auch schon 2016 auf "Bad Bitcoin" eingelistet, wo Betreiber von Kryptowährungs-basierten Angeboten ausgeschildert werden, mit denen Nutzer schlechte Erfahrungen gemacht haben.

    Alleine bei der Wiener Anwaltskanzlei Lansky, Ganzger & Partner sollen sich rund 140 Betroffene gemeldet haben. Dort sieht man eine mögliche Erfüllung von "etlichen Straftatbeständen", die den Hintermännern des Pyramidenspiels Haftstrafen einbringen könnte.

    "Drei Musketiere" halfen in Österreich

    Während die zwei Köpfe hinter Optioment in Dänemark (Lucas M.) und Lettland (Alex P.) sitzen sollen, hatten diese auch Helfer in Österreich. Zwei Steirer und ein Niederösterreicher seien als "die drei Musketiere" aufgetreten. Laut ihrer Rechtsvertretung hätten sie aber nur den Vertrieb für Österreich übernommen, seien aber in keine Zahlungsflüsse eingebunden gewesen.

    Sie hatten sporadischen Kontakt zum dänischen Betreibe in zwei persönlichen Treffen sowie einer Videokonferenz, jedoch liegen keine Fotos von Lucas M. vor. Die "Musketiere" berichten ihrerseits von Morddrohungen gegen sich und hätten in diesem Zusammenhang sechs Personen angezeigt. (red, 15.02.2018)

    • 12.000 Bitcoins dürften für die "System Option"-Investoren wohl verloren sein.
      foto: afp

      12.000 Bitcoins dürften für die "System Option"-Investoren wohl verloren sein.

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