Sambaschule gewinnt Karnevalsparade in Rio mit Gesellschaftskritik

15. Februar 2018, 08:56
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Die Schule Beija-Flor kritisierte bei ihrem Auftritt Gewalt und Korruption in Brasilien

Rio de Janeiro – Mit ihrer farbenfrohen, aber scharfen Kritik an der Gewalt und Korruption in Brasilien hat die Sambaschule Beija-Flor in diesem Jahr den Siegertitel bei der Karnevalsparade in Rio de Janeiro errungen. Die traditionsreiche Sambaschule aus Nilopolis, einem Vorort im Norden von Rio, wurde am Mittwoch zum Gewinner gekürt und holte damit ihren 14. Titel.

Die blau-weiß gekleideten Fans von Beija-Flor brachen in lauten Jubel aus. "Das ist ein Sieg für das Volk", sagte der Sänger Neguinho als prominenter Vertreter von Beija-Flor.

Beija-Flor hatte bei der zweitägigen Parade der Sambaschulen die in Brasilien grassierenden Übel wie Gewalt, Korruption und Intoleranz aufs Korn genommen. Ein als Favela gestalteter Motivwagen zeigte Schießereien, Geiselnahmen und Raubüberfällen, eine Leiche lag in einem Sarg mit der Aufschrift "Noch eine verlorene Hoffnung". An anderer Stelle verteilten zwielichtige Männer mit von Geldscheinen überquellenden Taschen bündelweise Banknoten.

Gegen sexuelle Diskriminierung

Mit der gefeierten Dragqueen Pabllo Vittar setzte Beija-Flor einen spektakulären Schlusspunkt. Gekleidet in eine Toga in den Regenbogenfarben, tanzte sie auf einem Wagen gegen sexuelle Diskriminierung und andere Formen der Intoleranz an – jedes Jahr werden in Brasilien mehr als 300 Menschen aus der Homo- oder Transsexuellen-Szene getötet.

Die Sambaschulen hatten ihre Themen sorgfältig ausgewählt, denn sie mussten nicht nur die rund 72.000 Zuschauer im Sambodrom überzeugen, sondern auch die strengen Juroren. Jede der 13 Formationen wurde nach genauen Kriterien beurteilt, darunter die Qualität der Musik, die Gestaltung der Themenwagen, die Choreografie und die Kostüme der Mitwirkenden. (APA, 15.2.2018)

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    foto: reuters/pilar olivares
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