Alzheimer-Forscher beseitigen Amyloid-Plaques in Mäusen

14. Februar 2018, 16:54
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Amyloid-Ablagerungen im Gehirn sind ein Charakteristikum der Alzheimer-Erkrankung. Eine neue Methode lässt sie bei Mäusen verschwinden – mit Nebenwirkungen

Cleveland – Forscher in den USA haben einen Weg gefunden, sogenannte Amyloid-Plaques im Gehirn von Mäusen zu beseitigen. Diese Ablagerungen in der grauen Hirnsubstanz kommen bei der Alzheimer-Krankheit in großer Dichte vor und gelten als eines der frühesten Anzeichen für die Erkrankung.

Wie die Forscher des Cleveland Clinic Lerner Research Institute im "Journal of Experimental Medicine" berichten, verbesserten sich in den Versuchen die kognitiven Funktionen der Nager – allerdings nicht ohne Nebenwirkungen. In ihrer Studie schalteten sie in älteren Mäusen mit hoher Plaque-Dichte ein Enzym namens BACE1 aus und untersuchten die Auswirkungen auf das Gehirn. Demnach lösten sich daraufhin die Amyloid-Plaques allmählich auf.

Neben verbesserten kognitiven Funktionen beobachteten die Forscher allerdings auch eine Beeinträchtigung der sogenannten Langzeitpotenzierung in bestimmten Nervenzellen. Diese Nebenwirkung könnte möglicherweise die Erinnerungsbildung beeinträchtigen. Dennoch könnte der Prozess für die Entwicklung von Alzheimer-Therapien relevant sein, so die Wissenschafter.

Experte mahnt zur Vorsicht

"Die Ergebnisse der Studie sind für das Feld der Alzheimer-Forschung erfreulich, weil sie zeigen, dass man mit einer Intervention zu einem späteren Zeitpunkt immer noch eine Veränderung des Krankheitsverlaufs im Mausmodell erreichen kann", kommentierte Johannes Levin vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen in München die Studie.

Levin, der selbst nicht an der Arbeit beteiligt war, warnt allerdings vor voreiligen Schlüssen: "Die Studie zeigt zweifellos, dass die Beeinflussung von BACE1 ein interessanter Mechanismus ist. Allerdings muss man wie bei allen Daten aus Mausexperimenten vorsichtig sein. Von der Maus bis zum Menschen ist es ein langer Weg – deshalb sollten Ergebnisse einzelner Arbeiten nicht zu sehr die Strategien der Therapieentwicklung beim Menschen beeinflussen." (red, 14.2.2018)

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