KV-Verhandlungen: Pflegevereine drohen mit Warnstreiks

14. Februar 2018, 13:34
1 Posting

Pflegekräfte und Mitarbeiter von sozialen Einrichtungen planen für diese Woche Warnstreiks. Es geht nicht nur um die Löhne, sondern auch um die Arbeitszeiten

Wien – Die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 100.000 Beschäftigten der Sozialwirtschaft Österreich stecken fest. Auch die fünfte Verhandlungsrunde brachte in der Nacht von Montag auf Dienstag nach 15 Verhandlungsstunden kein Ergebnis. In mehreren Bundesländern wurden im Rahmen von Betriebsversammlungen bereits Streikbeschlüsse für Donnerstag und Freitag diese Woche gefasst.

Die Arbeitgeber hätten nach wie vor kein Angebot in Sachen Arbeitszeitverkürzung gemacht, hieß es von der Gewerkschaft. Auch die zuletzt unterbreiteten Angebote für Teilzeitbeschäftigte und Löhne und Gehälter im Pflegebereich seien zu gering.

Arbeitgeber: Wenig Verständnis für Streiks

Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ), die auf Arbeitgeberseite die Kollektivvertragsverhandlungen führt, zeigte für die Streikdrohungen der Gewerkschaft bereits vergangene Woche wenig Verständnis. Die Gewerkschaft betriebe eine "Eskalation der Kollektivvertragsverhandlungen".

Man sei mit 2,35 Prozent Lohnerhöhung, einer besseren Bezahlung für diplomierte Pflegekräfte von bis zu 840 Euro pro Jahr sowie weiteren in Aussicht gestellten Zugeständnissen der Gewerkschaftsseite schon weit entgegengekommen, sagte Verhandlungsführer und SWÖ-Geschäftsführer Walter Marschitz in einer Aussendung vergangene Woche.

Die Hauptforderungen der Arbeitnehmerseite wie 35-Stunden-Woche, sechste Urlaubswoche für alle, Zulagen für Pflegekräfte und Fachsozialbetreuer würden mindestens 15 Prozent Kostensteigerung bedeuten. Das würde viele Organisationen in existenzielle Schwierigkeiten bringen und damit tausende Arbeitsplätze gefährden, warnte Marschitz. (red, APA, 14.2.2018)


Share if you care.