Weltgrößter Hedgefonds wettet Milliarden gegen Großkonzerne

14. Februar 2018, 11:09
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Bridgewater setzt auf Kursverluste bei europäischen Unternehmen und hat zahlreiche Leerverkaufspositionen aufgebaut

Frankfurt – Der weltgrößte Hedgefonds Bridgewater wettet Milliarden auf Kursverluste bei europäischen Großkonzernen. Seit Ende Jänner hat der Investor Leerverkaufspositionen bei zahlreichen Dax-Konzernen aufgebaut, darunter Deutsche Bank, Allianz, BASF und Siemens, wie aus Veröffentlichungen im Bundesanzeiger hervorgeht.

Die Wetten auf Kursverluste bei insgesamt 13 Dax-Konzernen beliefen sich zuletzt auf fast sechs Milliarden Euro. Auch in Frankreich, Italien, den Niederlanden und Spanien hat Bridgewater Milliarden im Feuer.

Bei Leerverkäufen leihen Investoren sich Aktien, um diese zu verkaufen. Dabei hoffen sie, die Papiere bis zum Ende der Ausleihfrist billiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn einstreichen zu können.

Die Konjunktur sei in der Spätphase des Aufschwungs, schrieb Bridgewater-Gründer Ray Dalio am Montag auf seiner Linked-in-Seite. "Wir wissen nicht genau, wie weit die Aktienmärkte und dann die Wirtschaft vom Gipfel entfernt sind, aber es ist klar, dass die Anleihenmärkte den Gipfel überschritten haben", schrieb Dalio. "Ich sorge mich darum, wie der nächste Abschwung aussehen wird, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass er bald kommen wird."

Wetten gegen Öl- und Lebensmittelkonzerne

In Frankreich setzt Bridgewater unter anderem auf Kursverluste beim Ölkonzern Total, beim Lebensmittelkonzern Danone sowie den Großbanken BNP Paribas und Société Générale. Insgesamt hält der Hedgefonds dort Leerverkaufspositionen im Wert von fast vier Milliarden Euro.

Vor den Wahlen in Italien am 4. März wettet Bridgewater insbesondere gegen italienische Finanzwerte. Hier hält der Hedgefonds Leerverkaufspositionen unter anderem bei Intesa Sanpaolo, Unicredit und Finecobank. In den Niederlanden setzt Bridgewater mehr als eine Milliarde Euro auf Kursverluste etwa bei der Großbank ING, bei der Supermarktkette Ahold und dem Chipausrüster ASML. In Spanien sind unter anderem die Großbanken BBVA und Santander sowie der Telefonkonzern Iberdrola betroffen.

Allein beim Münchner Technologiekonzern Siemens hat Bridgewater aktuell rund 800 Millionen Euro im Feuer. Laut Bundesanzeiger hielt Bridgewater am Montag Leerverkaufspositionen im Volumen von 0,86 Prozent des Grundkapitals von Siemens. Bei der Deutschen Bank waren es 0,78 Prozent, bei der Allianz 0,87 Prozent, bei BASF 0,84 Prozent. In den anderen europäischen Ländern liegen die Leerverkaufspositionen von Bridgewater meist zwischen 0,5 und 0,8 Prozent. (APA, 14.2.2018)

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