Berlin fordert erneut Freilassung des Journalisten Yücel in der Türkei

14. Februar 2018, 07:22
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Seine Haft sei "weiterhin eine der größten Hürden für die bilateralen Beziehungen"

Istanbul – Ein Jahr nach der Inhaftierung des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei hat der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel erneut die Freilassung des Journalisten verlangt. Yücels Haft sei "weiterhin eine der großen Hürden in den bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und der Türkei", erklärte Gabriel am Dienstag.

"Wir drängen nach wie vor in unseren Gesprächen auf ein schnelles rechtsstaatliches Verfahren. Aus unserer Sicht kann als Ziel nur die Freilassung für Deniz Yücel stehen." Ebenso setze sich die deutsche Regierung für die anderen Deutschen ein, die aus politischen Gründen in der Türkei in Haft seien, "immer wieder und mit Nachdruck".

Yücel war an diesem Mittwoch vor einem Jahr in Istanbul festgenommen worden. Kurz darauf war wegen Terrorvorwürfen Untersuchungshaft gegen ihn verhängt worden. Bis heute hat die Staatsanwaltschaft keine Anklageschrift vorgelegt.

Nach einer Statistik der türkischen Nichtregierungsorganisation P24, einer "Plattform für unabhängigen Journalismus", sitzen in der Türkei mehr als 150 Journalisten im Gefängnis. Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt der EU-Beitrittskandidat Türkei auf Platz 155 von 180. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat dagegen erst im vergangenen Monat wieder erklärt, sein Land sei Vorreiter der Pressefreiheit. (APA, 14.2.2018)

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