Das beste Stück ... nachgefragt bei Günter Brus

    Kolumne14. März 2018, 16:12
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    Michael Hausenblas fragt den Künstler, warum er ohne seine schwarze Tasche nicht aus dem Haus geht

    "Jeder, der mich ein bisserl besser kennt, weiß, dass ich ohne diese schwarze Tasche seit Jahren das Haus nicht verlasse. Also werden sich meine Bekannten auch nicht wundern, mich in dieser Kolumne mit diesem Stück zu finden.

    Mit ihr wandere ich durch die Gegend, sie kommt mit ins Café oder in die Gasthäuser, die ich in der Umgebung von Graz besuche. Man könnte sagen, dass diese Tasche mein tragbares Arbeitszimmer ist. In ihr befinden sich meine Hefte, in die ich meine Texte schreibe, meine Zigaretten, meine Taschentücher, eine Menge Stifte und manches mehr, zum Beispiel meine Rätselhefte. Ich löse sehr gern Rätsel.

    Nur mein Handy wird man in der Tasche lange suchen, weil ich es in der Regel nicht mithabe. Meistens liegt es irgendwo ausgeschaltet herum. Deswegen bin ich auch so schwer zu erreichen. Außerdem bin ich ein Mensch, der gern einmal etwas verliert. Nur nicht diese Tasche!" (Michael Hausenblas, RONDO, 14.3.2018)

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    Das Wiener "Belvedere 21" zeigt derzeit die Günter Brus-Retrospektive unter dem Titel "Unruhe nach dem Sturm".

    • Günter Brus: "Man könnte sagen, dass diese Tasche mein tragbares Arbeitszimmer ist."
      foto: nathan murrell

      Günter Brus: "Man könnte sagen, dass diese Tasche mein tragbares Arbeitszimmer ist."

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