Erdoğan droht USA mit "osmanischer Ohrfeige"

    13. Februar 2018, 13:07
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    Die Spannungen zwischen der Türkei und den USA verschärfen sich wegen des Konflikts im syrischen Kurdengebiet

    Istanbul/Damaskus – Vor dem Besuch von US-Außenminister Rex Tillerson in der Türkei verschärfen sich die Spannungen zwischen beiden Ländern. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die US-Truppen in Manbij davor gewarnt, einem türkischen Angriff auf die Kurdenmiliz YPG in der nordsyrischen Stadt im Wege zu stehen.

    In einer Rede vor der Fraktion seiner AK-Partei drohte Erdoğan den amerikanischen Soldaten am Dienstag für diesen Fall mit einer "osmanischen Ohrfeige". "Natürlich werden wir nicht absichtlich auf sie zielen", sagte Erdoğan unter Applaus. "Aber wir verkünden jetzt schon, dass wir jeden Terroristen, den wir sehen, vernichten und ausmerzen werden – angefangen mit denen, die direkt neben ihnen stehen. Eben dann werden sie einsehen, dass es für sie besser wäre, wenn sie sich nicht neben den Terroristen aufhielten, denen sie auf die Schulter klopfen." Tillerson soll am Donnerstag in Ankara eintreffen.

    Direkte Drohung an US-Streitkräfte

    Erdoğan fügte in seiner Ansprache hinzu: "Es ist ganz klar, dass diejenigen, die sagen 'Wir reagieren hart, wenn sie uns angreifen', in ihrem Leben noch keine osmanische Ohrfeige verpasst bekommen haben." Die "New York Times" hatte vergangene Woche US-General Paul Funk bei einem Besuch in Manbij mit den auf die Türkei gemünzten Worten zitiert: "Wenn ihr uns angreift, werden wir hart reagieren. Wir werden uns verteidigen."

    Die türkische Armee hat am 20. Jänner eine Offensive gegen die YPG in der nordsyrischen Region Afrin begonnen. Erdoğan hat mehrfach damit gedroht, danach die YPG in Manbij anzugreifen. 2016 hatte eine von der YPG geführte und von den USA unterstützte Koalition Manbij von der IS-Miliz befreit.

    Erdoğan kritisiert, dass die USA die YPG unterstützen und im Kampf gegen den IS eng mit der Kurdenmiliz zusammenarbeiten. Die Türkei stuft die YPG als Terrororganisation ein. Sie unterhält enge Verbindungen zur verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei (PKK), die auch in den USA auf der Liste der Terrororganisationen steht. (APA, 13.2.2018)

    • Der türkische Präsident droht der Supermacht mit Gewalt.
      foto: afp photo / adem altan

      Der türkische Präsident droht der Supermacht mit Gewalt.

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