#MeToo: Südkoreanischer Regisseur trotz Vorwürfen bei Berlinale

    12. Februar 2018, 17:51
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    Kultregisseur Kim Ki-duk habe zugesagt, sich der "Debatte, die über seinen Film hinausgehen mag", zu stellen, heißt es seitens des Festivals

    Berlin – Die Berlinale hat den südkoreanischen Kultregisseur Kim Ki-duk bewusst zum diesjährigen Festival eingeladen, obwohl eine Schauspielerin schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben hat. In dem neuen Film des 57-Jährigen gehe es in teils drastischen Bildern um Gewalt von Männern gegen Frauen und Männer, erklärte Paz Lazaro, Leiterin der Sektion Panorama, am Montag auf dpa-Anfrage.

    "Kim Ki-duk hat uns zugesagt, sich dieser Debatte, die über seinen Film hinausgehen mag, zu stellen." Eine südkoreanische Schauspielerin hatte dem Regisseur vorgeworfen, sie bei den Dreharbeiten zu seinem Film "Moebius" 2013 mit Gewalt zu nicht im Drehbuch enthaltenen Sexszenen gezwungen zu haben. Festivaldirektor Dieter Kosslick betonte, ein koreanisches Gericht habe den Vorwurf der sexuellen Nötigung mangels Beweisen zurückgewiesen.

    Deshalb habe die Berlinale-Sektion Panorama sich entschieden, nicht in eine Vorverurteilung zu gehen, sondern Kim Ki-duks aktuellen Film "Human, Space, Time and Human" zu zeigen. "Selbstverständlich verurteilen wir jegliche Gewalt am Set, egal ob sexueller oder anderer Natur", betonte der Berlinale-Direktor erneut. Andere Filme hat Kosslick nach eigenen Angaben wegen laufender Missbrauchs-Vorwürfe zurückgewiesen. (APA/dpa, 12.2.2018)

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