FPÖ und der ORF Tirol: Verfolgende Unschuld

Einserkastl12. Februar 2018, 15:54
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Die FPÖ hat das riesige Glück gehabt, dass sich der ORF Tirol ihr gegenüber schwer ins Unrecht setzte

Wofür gibt's die FPÖ in der Regierung? Für berittene Polizei, Aufhebung des Rauchverbots, Tempo 140 auf der Autobahn zwischen Steißklappersdorf und St. Eichkatz am Walde, strengere Strafen für ... (Gewünschtes einsetzen), Kontakte zu rechtsextremen Parteien in halb Europa, Wegreden von dutzenden rechtsextremen "Einzelfällen". Und Drohungen gegen "Systemmedien" (Heinz-Christian Strache), zuletzt den ORF.

Die FPÖ hat jetzt das riesige Glück gehabt, dass sich der ORF Tirol ihr gegenüber schwer ins Unrecht setzte. Die Geschichte ist inzwischen bekannt. Der Tiroler FP-Spitzenkandidat Markus Abwerzger wurde im Wahlkampf von einem fast 90-jährigen Volksgenossen zum Thema "Zucht und Ordnung bei der Hitlerjugend" und "stinkerten Juden" angelabert. Der ORF Tirol filmte mit, schnitt aber so, als hätte Abwerzger dem FP-Sympathisanten nicht widersprochen. Hat er aber, nicht sehr energisch, aber doch.

Seither ist die FPÖ im Glücksrausch. Vergessen, dass Abwerzgers schlagende Burschenschaft (Skalden) sich niemals offiziell von NS-Verbrechern distanzierte. Die FPÖ kann sich als verfolgende Unschuld gebärden und drohen, im ORF "aufzuräumen". Das wollten sie aber eigentlich eh schon immer. Sie wollen die kritischen Institutionen in ihre Gewalt bringen, gleichschalten. Das soll man auch angesichts der Idiotie des Tiroler ORF nicht vergessen. (Hans Rauscher, 12.2.2018)

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  • Tirols FPÖ-Chef Markus Abwerzger beim Wahlkampfauftakt zur Landtagswahl 2018.
    foto: apa/expa/stefan adelsberger

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