Kaczyński klagt über "Antipolonismus"

    12. Februar 2018, 14:53
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    PiS-Chef: Gefährliches Phänomen und schädlich für das Land

    Warschau – Nach internationaler Kritik an dem umstrittenen polnischen Holocaust-Gesetz hat Polens starker Mann Jarosław Kaczyński einen für sein Land schädlichen "Antipolonismus" beklagt. In einem Interview der Wochenzeitung "Do Rzeczy" warnte er, dieser sei "heutzutage ein gefährliches Phänomen, vielleicht sogar das gefährlichste überhaupt für die Interessen unseres Landes".

    Schuld an diesen gegen Polen gerichteten Feindseligkeiten seien aber nicht nur Gegner Polens im Ausland, sondern auch unpatriotische Kräfte im Inland, sagte der Chef der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS).

    Neuerlich verteidigte Kaczyński in dem auch im regierungsnahen TV-Sender TVP Info ausführlich zitierten Interview das Holocaust-Gesetz. Es sieht Geldstrafen oder bis zu drei Jahre Haft vor, wenn jemand "öffentlich und entgegen den Fakten" dem polnischen Volk oder Staat die Verantwortung oder Mitverantwortung für von Nazi-Deutschland begangene Verbrechen zuschreibt. Kritiker befürchten, dass das Gesetz dazu missbraucht werden könnte, die Verantwortung auch polnischer Bürger für Verbrechen an Juden zu leugnen. "Wir werden niemals erlauben, dass Polen für deutsche Verbrechen die Zeche zu bezahlen hat", sagte Kaczyński. (APA, 12.2.2018)

    • Jarosław Kaczyński, PiS-Chef.
      foto: ap/sokolowski

      Jarosław Kaczyński, PiS-Chef.

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