Niklasdorf: Eine Tote bei Zugunglück in der Obersteiermark

Video12. Februar 2018, 15:50
466 Postings

Kollision zweier Personenzüge: 22 weitere Personen verletzt, darunter drei Kinder

Niklasdorf – Nach der Zugkollision im obersteirischen Niklasdorf hat die Polizei bekanntgegeben, dass 22 Menschen leicht verletzt wurden. Unter ihnen befinden sich drei Kinder. Beim Todesopfer handelt es sich um eine Frau.

orf

Laut ÖBB war der Rettungseinsatz gegen 14.30 Uhr abgeschlossen. Die Verletzten wurden in umliegende Spitäler eingeliefert. Der Einsatz von Hubschraubern war wetterbedingt nicht möglich.

Die Frau, die das Unglück nicht überlebt hat, dürfte nach Informationen der Polizei im EC216 von Graz nach Saarbrücken gesessen sein. Über ihre Nationalität war vorerst nichts bekannt. Zwischen Bruck und Leoben wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.

foto: apa/bfv leoben/schönauer
Einsatzkräfte bei der Bergung.

Durch die Kollision dürfte es zu Schäden an Masten und Oberleitungen der ÖBB gekommen sein. Inwieweit das Gleisbett durch die aus den Schienen gesprungenen Züge in Mitleidenschaft gezogen wurde, ließ sich noch nicht sagen. Zumindest ein Waggon des Zuges nach Saarbrücken, es handelt sich um eine Garnitur der Deutschen Bahn, wurde auf der ganzen Seite aufgerissen.

ÖBB-Chef Andreas Matthä sagte: "In dieser schwierigen Situation sind unsere Gedanken und unser Mitgefühl bei den Betroffenen und deren Angehörigen. Unsere volle Unterstützung gilt den Einsatzkräften, Mitarbeitern und Helfern, welche die Menschen vor Ort versorgen. Wir danken allen für Ihren Einsatz."

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) twitterte: "Meine Gedanken sind bei der Familie und den Freunden des Todesopfers. Allen Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung." Kurz bedanke sich auch bei allen Einsatzkräften.

Als "schreckliches Unglück" bezeichnete der steirische Verkehrslandesrat Anton Lang (SPÖ) in einer Aussendung den Zusammenstoß der Personenzüge. "Mein tiefstes Mitgefühl gilt in diesen tragischen Stunden der Familie der Verstorbenen sowie allen beim Unfall Verletzten", sagte Lang, der eine lückenlose Aufklärung der Unfallursache forderte. Lang bedankte sich auch bei allen Einsatzkräften, die an der Bergung der Verunglückten teilgenommen haben. (APA, 12.2.2018)


Zugunglücke in Österreich in den vergangenen fünf Jahren

Zugunglücke mit schweren Folgen sind in Österreich selten. In zwei Fällen sind innerhalb der vergangenen fünf Jahre je zwei Menschen ums Leben gekommen, einer dieser Unfälle ereignete sich 2015 in der Steiermark. Relativ häufig kam es zu seitlichen Kollisionen von Zügen.

22. Dezember 2017: Nach einer seitlichen Kollision im Bereich des Bahnhofs Kritzendorf bei Klosterneuburg entgleisen ein Rex und ein Cityjet, zwei Waggons stürzen um. Zwölf Menschen werden verletzt, vier von ihnen schwer.

15. April 2017: Am Nachmittag des Karsamstags prallt am Bahnhof Wien-Meidling ein Railjet gegen eine leere Zuggarnitur. Neun Menschen erleiden leichte Blessuren.

29. November 2016: Ein Schnellbahnzug prallt in Wien-Penzing gegen fünf mit Holzstämmen beladene Güterwaggons, die sich am Bahnhof Wien-Hütteldorf selbstständig gemacht haben. Acht Menschen werden verletzt.

15. Juli 2015: Im Bahnhof Leopoldau in Wien kollidieren ein Personenzug ohne Passagiere und ein Güterzug seitlich. Beide Lokführer bleiben unverletzt.

6. Mai 2015: Beim Frontalzusammenstoß zweier Personenzüge der Steiermärkischen Landesbahnen auf einer eingleisigen Strecke zwischen Deutschfeistritz und Übelbach nahe Graz werden zwei Menschen tödlich verletzt.

27. März 2013: In Obereggendorf (Bezirk Wiener Neustadt) kommen zwei Menschen ums Leben, als ein Güterzug auf einen Bauzug prallt.

  • Bei der Flankenkollision wurde eine Zuggarnitur seitlich aufgerissen.
    foto: apa/bfv leoben/schönauer

    Bei der Flankenkollision wurde eine Zuggarnitur seitlich aufgerissen.

  • Einer der Züge riss Oberleitunsgmasten um.
    foto: apa/bfv leoben/schönauer

    Einer der Züge riss Oberleitunsgmasten um.

Share if you care.