Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Leobner Burschenschaft Leder

    12. Februar 2018, 11:35
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    Weil die Burschenschaft ein Bild eines Nazi-Malers verwendet hat, droht ihr ein Strafverfahren wegen Verhetzung

    Leoben – Die Staatsanwaltschaft Leoben hat nach der Berichterstattung über einen Flyer der Leobner Burschenschaft Leder ein Ermittlungsverfahren wegen Verhetzung eingeleitet. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte am Montag, dass gegen fünf namentlich bekannte sowie weitere unbekannte Personen Erhebungen geführt werden. Geprüft werde auch ein möglicher Verstoß gegen das Verbotsgesetz.

    Gegenüberstellung heiler Familie mit Schwulen

    Burschenschafter sollen den Flyer laut der Montanuniversität Leoben am 10. Jänner verteilt haben. Zu sehen ist darauf die Gegenüberstellung eines Familienbilds des nationalsozialistischen Malers Wolfgang Willrich mit dem Bild eines ein schwulen Paars bei einer Parade. Die Überschriften lauten "Das ist eine Familie" und "Das sicher nicht". Auf dem Flyer waren außerdem mehrere Zeilen zu lesen, in denen die Ehe zwischen Mann und Frau angepriesen wurde. Darunter ist zu lesen: "Eine Verbindung, bei der es keine Möglichkeit auf neues Leben geben kann, als Ehe zu bezeichnen ist ein perverser Etikettenschwindel."

    Die Burschenschaft hat sich Ende Jänner von dem Flyer-Sujet distanziert. Dass man bei der Auswahl das Bild eines NS-Malers verwendet habe, sei nicht intendiert gewesen, man habe von diesem Hintergrund Willrichs nichts gewusst. An der grundsätzlichen Aussage, nämlich gegen die Ehe für Homosexuelle zu sein, hielt die Burschenschaft fest.

    Schwulengegner von akademischen Feiern ausgeschlossen

    Die Montanuniversität hat die Mitglieder der Burschenschaft bereits von allen akademischen Feierlichkeiten ausgeschlossen, bis es zu einer "befriedigenden Reaktion" ihrerseits komme.

    Staatsanwaltschaftssprecherin Carolin Weißenbacher erklärte, dass unter den namentlich bekannten Verdächtigen auch Mitglieder der Burschenschaft sind. Die Ermittlungen waren Ende Jänner eingeleitet worden, nachdem Medien über den Flyer berichtet hatten. Die Erhebungen stehen erst am Anfang, Rektor Wilfried Eichlseder und Pressesprecher Erhard Skupa wurden aber bereits befragt. (APA, red, 12.2.2018)

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