NSA verschickte geheime Botschaften in öffentlichen Tweets

    12. Februar 2018, 09:46
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    Agenten von CIA und NSA verhandelten mit Russland über die Rückgabe von gestohlenen Cyberwaffen

    Auf den ersten, zweiten und dritten Blick wirkt der Tweet ganz normal – wie einer jener dutzenden Beiträge der NSA, in denen es um die Geschichte der modernen Kommunikationsmittel geht. "Samuel Morse hat den Telegraphen vor 177 Jahren patentiert. Wussten Sie, dass man noch immer Telegramme verschicken kann? Sie sind schneller als die Post & man zahlt nur, wenn sie angekommen sind", heißt es übersetzt in dem Tweet.

    Doch der Beitrag war weit mehr als eine Geschichtsstunde für Follower der NSA. Tatsächlich soll es sich um eine geheime Botschaft an einen zwielichtigen russischen "Geschäftsmann" gehandelt haben, mit dem CIA und NSA über die Übergabe von gestohlenen NSA-Cyberwaffen verhandelt haben.

    Das berichten New York Times und Intercept unter Berufung auf NSA-interne Quellen. In den folgenden Monaten soll es immer wieder zu solchen geheimen Mitteilungen gekommen sein. "Jedes Mal wurden die Russen vorab über den Text der Tweets und deren exaktes Veröffentlichungsdatum informiert. Jeder Tweet sah unschuldig aus, war aber tatsächlich eine Nachricht an die Russen", heißt es in The Intercept.

    An Verhandlungen interessiert

    Die Tweets sollten den Russen zeigen, dass die NSA nach wie vor an Verhandlungen interessiert war. Die genauen Umstände sind unklar. New York Times und Intercept berichteten, dass ein "Mittelsmann" mit Kontakten zu russischen Geheimdiensten und dem organisierten Verbrechen an die CIA herantrat, um über die Rückgabe von gestohlenen NSA-Waffen zu sprechen. Er soll einen Teil des Materials für 100.000 Dollar an die CIA übergeben haben, darunter auch kompromittierendes Material über US-Präsidenten Donald Trump. Die CIA dementierte das umgehend.

    Wiener Geliebte

    Der russische Agent soll sich auch in Wien aufgehalten haben, wo er laut New York Times eine Geliebte hatte. US-Behörden wissen das, weil sie ihn intensiv beschattet haben. Parallel dazu verhandelten die US-Geheimdienste in Wien mit einem weiteren Hacker, der unter dem Pseudonym Carlo auftrat und ebenfalls behauptete, geheimes NSA-Material zu besitzen. (fsc, 12.2.2018)

    • Die NSA versteckte Geheimbotschaften an russische Hacker in öffentlichen Tweets
      foto: reuters/ruvic

      Die NSA versteckte Geheimbotschaften an russische Hacker in öffentlichen Tweets

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