EU-Flüchtlingspakt mit Türkei hilft Griechenland kaum

    12. Februar 2018, 05:46
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    Frühere Chefin der Asylbehörde: Zurückschicken von Migranten nur selten möglich

    Athen/Ankara – Die frühere Leiterin der griechischen Asylbehörde, Maria Stavropoulou, sieht in dem EU-Flüchtlingspakt mit der Türkei keine große Entlastung für ihr Land. Nur ein kleiner Anteil der Asylbewerber in Griechenland von 16 Prozent könne in die Türkei zurückgeführt werden, sagte Stavropoulou in einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der griechischen Zeitung "Kathimerini".

    Dabei seien diejenigen Migranten, die in ihre Heimat zurückkehren wollten oder ihren Asylantrag zurückgezogen haben, bereits eingerechnet. Die griechische Asylbehörde habe entschieden, 2200 Syrer in die Türkei zu schicken, sagte Stavropoulou, die kürzlich die Behördenleitung abgegeben hatte. Einige von ihnen hätten aber Einspruch dagegen eingelegt und die Verfahren seien "sehr langsam".

    EU-Regeln

    Die EU hatte im März 2016 einen Flüchtlingspakt mit der Türkei geschlossen. Er sieht vor, dass Asylbewerber, die von der Türkei aus auf die griechischen Inseln in der Ägäis gelangt sind, von dem Nachbarland zurückgenommen werden.

    Der umstrittene Pakt mit Ankara erfüllte bisher weitgehend seinen Zweck, die Einwanderung von Flüchtlingen nach Griechenland zu verringern. Aufgrund der EU-Regeln zum Asylrecht könne Griechenland aber kaum bereits eingereiste Migranten ausweisen, sagte Stavropoulou in dem Zeitungsinterview. Auf den griechischen Ägäis-Inseln leben in den überfüllten Flüchtlingslagern tausende Menschen in prekären Zuständen. (APA, 12.2.2018)

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