Weimarer "Tatort" zwischen Puff und Museum: Top oder Flop?

    Ansichtssache11. Februar 2018, 19:58
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    Nora Tschirner gibt in "Der kalte Fritte" eine Prostituierte – Der Humor sei futsch, aber es gibt zwischendurch auch Erfreuliches, schreiben Kritiker – Wie lautet Ihr Urteil?

    Nora Tschirner (Kira Dorn) und Christian Ulmen (Lessing) sind diesmal unterwegs auf Verbrecherjagd, "Der kalte Fritte" heißt der neue "Tatort" aus Weimar. Worum geht es? Bei einem Einbruch in seine Weimarer Villa wird der Milliardär Alonzo Sassen ermordet. Seine junge Frau Lollo erschießt den Täter – offenbar in Notwehr.

    Kira Dorn und Lessing observieren Lollo, die danach im Bordell "Chez Chériechen" Arbeit sucht. Das Etablissement wird von "Fritte" Schröder geführt. Dessen Bruder Martin betreibt mit seiner Frau Cleo in der Nähe Weimars einen Steinbruch, der am Rande der Insolvenz steht. Als besondere geologische Formation ist er einer der zwei potentiellen Standorte für das geplante "Goethe-Geomuseum".

    Diese Nutzung wäre die finanzielle Rettung der Schröders. Doch Sassen hatte angekündigt, der Stadt ein Grundstück in Weimars bester Lage, am Frauenplan, zu schenken, um das Museum dort errichten zu können. War das sein Todesurteil?

    foto: orf/ard

    "Beim Thüringer "Tatort" hat Nora Tschirner als Kommissarin Dorn einen Undercover-Einsatz als Prostituierte. Humor und harter Realismus geraten riskant durcheinander", schreibt Christian Buß im "Spiegel". Nun werde die virtuose Weimar-Schnurre umgekrempelt in Richtung Relevanz. Buß: "Der Humor ist futsch – der gesellschaftliche Furor will sich aber halt auch nicht einstellen."

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    foto: orf/ard

    "Dorn und Lessing nerven auch ein bisschen, weil sie sich die Bälle zuweilen so übertrieben lässig zuwerfen, dass es nur noch gekünstelt wirkt. Dennoch bleibt man dran, denn zwischendurch bietet der Tatort durchaus Erfreuliches", urteilt Birgit Baumann im TV-Tagebuch des STANDARD. "Dazu zählt Kommissarin Dorns Bewerbung als Stangentänzerin im Puff ("Los Mutti, jetzt zeig mal, was für eine Sau du bist!") ebenso wie der Besuch von Udo Stich (Hermann Beyer). Der alte Herr ist der Vater vom Kommissariatsleiter und ein international anerkannter Kunstexperte. Oder so ähnlich ..."

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    foto: orf/ard

    "Der kalte Fritte" sei "von allem ein bisschen zu viel", so Elmar Krekeler in seiner Kritik in der "Welt". "Und so geht es dem sechsten Fall für Dorn und Lessing wie unseren Schmutzklamotten, wenn wir uns wieder mal verdrückt haben an der Maschine. Am Ende ist alles ein bisschen kleiner, als es sein sollte. Und es ist – so bunt es zwischendurch in der Trommel aussah, so sehr wir gelacht haben – unglücklicherweise ziemlich einheitlich in der Farbe."

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