FPÖ-Wähler kommen dem Optimismus der Restbevölkerung näher

12. Februar 2018, 07:44
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Mit der blauen Regierungsbeteiligung stieg auch die Zuversicht. 49 Prozent der Österreicher bezeichnen sich derzeit als Optimisten, 23 Prozent als Pessismisten

Linz – Über viele Jahre konnte man an der Frage, ob jemand Optimist oder Pessimist ist, relativ sicher vorhersagen, welcher Partei der Betreffende zuneigt: "Die Pessimisten, das waren immer die Freiheitlichen. Der Spitzenwert war im Dezember 2015 – da haben sich 61 Prozent der FPÖ-Wähler als Pessimisten bezeichnet. Das war, zur Erinnerung, die Zeit der großen Flüchtlingsbewegung", erinnert sich David Pfarrhofer, Institutsleiter des Linzer Market-Instituts, das im Auftrag des STANDARD regelmäßig die Optimismus-Pessimismus-Werte erhebt.

Der Wahltag änderte alles

Das Muster blieb bis in den vergangenen Herbst gleich. In den drei Monaten vor der Nationalratswahl lag das Verhältnis von Optimisten zu Pessimisten in der Gesamtbevölkerung bei 46 zu 23 Prozent (der Rest konnte sich nicht entscheiden). Unter Befragten, die sich im weiteren Verlauf der jeweiligen Umfrage zu den Freiheitlichen bekannt haben, war das Verhältnis dagegen umgekehrt: Da dominierten die Pessimisten mit 41 Prozent gegenüber den Optimisten mit 28 Prozent.

Seit der Nationalratswahl ist aber alles anders: Von den Wählern der FPÖ bekennen sich jetzt 46 Prozent als Optimisten und 23 Prozent als Pessimisten – womit sich die erklärten Freiheitlichen dem Bevölkerungsschnitt angenähert haben. Im Schnitt aller Wahlberechtigten waren bei der jüngsten Befragung 49 Prozent optimistisch und 22 Prozent pessimistisch.

Besonders rosig sehen mit 66 Prozent die erklärten ÖVP-Wähler in die Zukunft, aber auch unter den Neos und den Grünen gibt es überdurchschnittlich viele Optimisten. Die Sozialdemokraten sammeln derweil die Pessimisten auf (oder es sind die SPÖ-Wähler pessimistisch geworden): 32 Prozent der Roten sind pessimistisch, 38 Prozent optimistisch.

Pessimistische Ostösterreicher

Im Bundesländervergleich zeigt sich im Saldo zwischen Optimisten und Pessimisten ein deutliches Ost-West-Gefälle. Am größten ist die Differenz in Tirol, wo sich 60 Prozent als Optimisten betrachten und nur 13 Prozent als Pessimisten.

Dieser Differenz von 47 Prozentpunkten kommen die Vorarlberger am nächsten: 56 Prozent Optimisten und 15 Prozent Pessimisten ergeben ein Saldo von 39 Prozentpunkten.

Das andere Ende der Skala führen die Burgenländer an. Zwar überwiegen auch im östlichsten Bundesland die Optimisten, allerdings mit einem Plus von zehn Prozentpunkten nur relativ knapp.

Auch die Wiener und die Niederösterreicher kommen mit Optimisten-Saldi von 21 beziehungsweise 19 Prozent nur auf einen Bruchteil der Westösterreicher. Vom Österreich-Schnitt weichen die Oberösterreicher (48 zu 21 Prozent) am wenigsten ab. (Conrad Seidl, 12.2.2018)

  • Die FPÖ-Feier am Abend der vergangenen Nationalratswahl.
    foto: apa/hans punz

    Die FPÖ-Feier am Abend der vergangenen Nationalratswahl.

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