Iranisch-kanadischer Umweltschützer in iranischer Haft gestorben

    11. Februar 2018, 12:45
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    Justiz: Kavous Seyed Emami nahm sich im Gefängnis das Leben. Der 63-Jährige war wegen Spionageverdachts festgenommen worden

    Teheran – Zwei Wochen nach seiner Festnahme im Iran ist ein bekannter iranisch-kanadischer Umweltschützer in Haft gestorben. Die Familie von Kavous Seyed Emami verkündete seinen Tod am Samstag auf der Fotoplattform Instagram. Die Polizei hatte der Familie am Freitag mitgeteilt, dass der Leiter der Tierschutzorganisation Persian Wildlife Heritage Foundation sich in seiner Zelle das Leben genommen habe.

    "Sie sagen, er habe Suizid begangen. Ich kann es noch immer nicht glauben", schrieb sein Sohn, der bekannte Sänger Ramin Seyed Emami, auf Instagram. Die Iranische Vereinigung für Soziologe, der der 63-jährige Emami angehörte, äußerte am Sonntag Zweifel an der Darstellung der Polizei und forderte nähere Informationen zu den Umständen seines Todes.

    Emami war am 24. Jänner mit anderen Mitgliedern seiner Tierschutzorganisation festgenommen worden. Aus ihrem Umfeld verlautete, dass noch sieben Mitglieder in Haft seien. Darunter ist auch der US-iranische Geschäftsmann Morad Tahbaz, dessen Familie einst die Tageszeitung "Kejhan" gehörte, die heute von den Konservativen kontrolliert wird.

    Spionageverdacht

    Die Justiz hatte am Samstag mitgeteilt, dass mehrere Umweltschützer unter Spionageverdacht festgenommen worden seien, ohne Namen zu nennen. Sie hätten unter dem Deckmantel wissenschaftlicher Projekte vertrauliche Informationen über strategische Bereiche gesammelt, sagte Teherans Staatsanwalt Abbas Dschafari Dolatabadi.

    Emami hatte an der renommierten Imam Sadegh Universität in Teheran unterrichtet. Ein Kollege sagte, der Professor sei überhaupt nicht politisch gewesen und habe den Iran und die Umwelt geliebt. Er sei kürzlich von einem Forschungsaufenthalt in Kanada zurückgekehrt und daraufhin mehrfach von den Behörden befragt worden, sagte der Akademiker.

    Ali Schakurirad von der reformorientierten Partei der Islamischen Union kritisierte, der Todesfall habe "in der Öffentlichkeit zu einer Welle der Fragen" geführt. Bereits nach der Niederschlagung der regierungskritischen Proteste Anfang Jänner hatte die Justiz gemeldet, dass sich zwei Demonstranten in Haft das Leben genommen hätten. (APA, 11.2.2018)

    Hilfseinrichtungen für Personen, die sich in einer Krise befinden oder Suizidgedanken haben:

    kriseninterventionszentrum.at

    Soforthilfe:

    Unter dieser Nummer erhalten Sie qualifizierte und rasche Hilfestellung rund um die Uhr: Psychiatrische Soforthilfe (0–24 Uhr): 01/313 30

    Kriseninterventionszentrum (Mo–Fr 10–17 Uhr): 01/406 95 95

    Rat und Hilfe bei Suizidgefahr: 0810/97 71 55

    Sozialpsychiatrischer Notdienst: 01/310 87 79

    Telefonseelsorge (0–24 Uhr, kostenlos): 142

    Rat auf Draht (0–24 Uhr, für Kinder & Jugendliche): 147

    Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Mo–Sa 14–18 Uhr, kostenlos): 0800/20 14 40

    Männernotruf Steiermark: 0800 246 247

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      foto: afp/family handout/handout
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