Deutsche Bundeswehr soll verstärkt Ausbildung im Zentralirak betreiben

    10. Februar 2018, 14:43
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    Treffen mit Ministerpräsident Al-Abadi, Gemeinsame Arbeitsgruppe wird eingesetzt, Ministerin: "IS noch lange nicht ganz besiegt"

    Bagdad – Die deutsche Bundeswehr soll nach dem Sieg über Extremistenmiliz IS künftig verstärkt auch in Bagdad und dem Zentralirak bei der Ausbildung und Beratung der einheimischen Truppen helfen.

    "Ein zukünftiges, ausbalanciertes Engagement der Bundeswehr muss sich an den Bedarfen des gesamten Irak ausrichten", sagte Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen nach Gesprächen mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi und anderen Regierungsvertretern am Samstag in Bagdad. Der Irak wünsche sich von Deutschland Beratung und Ausbildung unter anderem im militärischen Sanitätswesen und in der Logistik. Dieser Bitte werde die Bundeswehr nachkommen.

    Bisher bilden 150 deutsche Soldaten im Nordirak kurdische Peschmerga aus. In Bagdad sind nur einzelne Bundeswehr-Ausbilder im Einsatz. Andere Mitgliedsstaaten der Anti-IS-Koalition trainieren an mehreren Stützpunkten im Zentralirak jedoch bereits die einheimischen Sicherheitskräfte.

    Gemeinsame Arbeitsgruppen

    Ihre Gesprächspartner hätten immer wieder betont, "wie sehr sie sich ein Engagement Deutschlands (an Iraks Seite) wünschen", sagte die Ministerin. Sie hätten zudem die Bitte geäußert, dass deutsche Soldaten sowohl im nordirakischen Erbil als auch in Bagdad Hilfe leisteten. "Wir haben jetzt besprochen, dass wir eine gemeinsame Arbeitsgruppe bilden, die all die vielen Details, die zu klären sind, auf beiden Seiten, besprechen wird." Dies werde einige Zeit dauern.

    "Alle wissen, dass der IS zwar geschlagen ist, aber noch lange nicht ganz besiegt", sagte von der Leyen weiter. Es gebe immer noch Rückzugsgebiete des IS und die Extremistenmiliz versuche, wieder an Stärke zu gewinnen. "Das heißt, wir müssen auch sehr wachsam sein."

    Anti-IS-Einsatz wird umgebaut

    Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD darauf verständigt, den Einsatz zur Peschmerga-Ausbildung in seiner jetzigen Form auslaufen zu lassen. Zugleich soll der Anti-IS-Einsatz verändert und in eine Mission zur langfristigen Stabilisierung des Irak umgebaut werden. Bisher absolvieren Tornado-Kampfflugzeuge der Bundeswehr im Auftrag der Anti-IS-Koalition von Jordanien aus Aufklärungsflüge über Syrien und dem Irak. Dies soll nun um die zusätzlichen Aufgaben im Irak ergänzt werden. (Reuters, 10.2.2018)

    • "Ein zukünftiges, ausbalanciertes Engagement der Bundeswehr muss sich an den Bedarfen des gesamten Irak ausrichten", sagte Verteidigungsministerin Leyen.
      foto: ferdinand ostrop

      "Ein zukünftiges, ausbalanciertes Engagement der Bundeswehr muss sich an den Bedarfen des gesamten Irak ausrichten", sagte Verteidigungsministerin Leyen.

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