Neos fordern Ende von Mehrfachversicherungen

10. Februar 2018, 10:52
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Mehrfache Versicherungen hätten "keinen erkennbaren zusätzlichen Nutzen". 700.000 Menschen sind davon betroffen

Wien – Die Neos fordern ein Ende der mehrfachen Versicherungen in der Krankenversicherung. Davon sind nämlich rund 700.000 Menschen in Österreich betroffen. Bei Selbstständigen und Landwirten handelte es sich sogar um 15 bzw. 34 Prozent aller Versicherten. Für die Betroffenen bringen die Mehrfachversicherungen "keinen erkennbaren zusätzlichen Nutzen, eher nur zwischenzeitlich überhöhte Beiträge".

Wollen Mehrfachversicherte die überhöhten Beiträge noch vor einer nachträglichen Beitragsberechnung gutgeschrieben bekommen, müssen sie Formulare ausfüllen, was einen zusätzlichen Verwaltungsaufwand bedeutet, erläuterte Neos-Sozialsprecher Gerald Loacker.

"Bürokratieintensives System"

"Modernen Kassensysteme" etwa in Holland, Deutschland und der Schweiz hätten nur Einfachversicherungsverhältnisse. "Österreich hat seit über 20 Jahren ein unrühmliches Alleinstellungsmerkmal mit seinem bürokratieintensiven Mehrfachversicherungssystem." Die Neos schlagen vor, dass sich die betroffenen Versicherten selber aussuchen, bei welcher Kasse sie sich versichern wollen. Das brächte nicht nur Vorteile für die Betroffenen, sondern würde auch zu einer höheren Kundenorientierung durch mehr Wahlfreiheit führen.

"Wir fordern die Abschaffung der Mehrfachversicherungen in der Krankenversicherung. Personen die davon betroffen sind, sollen in Zukunft ihre Krankenkasse selbst wählen dürfen. Das Sozialministerium soll hier aktiv werden und ein unbürokratische Lösung ermöglichen, Verzögerungen sind unverständlich", so Loacker. Im Regierungsprogramm ist eine Abschaffung der mehrfachen Versicherungsverhältnisse vorgesehen, allerdings ohne konkreten Zeitplan. (APA, 10.2.2018)

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