Novomatic hielte 500 zusätzliche Automaten in Wien für sinnvoll

9. Februar 2018, 15:00
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Konzernchef Harald Neumann betont aber, das sei nur seine "subjektive Einschätzung"

Wien/Gumpoldskirchen – Der niederösterreichische Glücksspielkonzern Novomatic hätte für vergangenen Herbst einen Börsengang geplant, dann aber doch davon abgelassen. Auch in den kommenden zwei Jahren werde es keinen IPO geben, sagte Konzernchef Harald Neumann laut Zeitungsberichten bei der Glücksspielmesse ICE in London.

Auch zum Wiener Markt, wo das Automatenzocken ("kleines Glücksspiel") seit Anfang 2015 verboten ist, äußerte sich Neumann. 500 Geräte würden für Wien seiner Meinung nach reichen, aber nicht in Wohngebieten oder in der Nähe von Schulen.

"Spielerschutzfreundliches Alternativangebot"

Dies sei eine subjektive Einschätzung gegeben, wie viele VLT-Geräte notwendig wären, um gegenüber dem illegalen Glücksspiel in Wien ein "spielerschutzfreundliches Alternativangebot" zu setzen. Das wären eben aus seiner Sicht 500 Automaten, wie der Konzern am Nachmittag präzisierte.

Es bestehe aber "keinerlei Absicht unsererseits, das zu tun", so ein Novomatic-Sprecher gegenüber der APA. Zudem liege das Aufstellen von Video Lottery Terminals (VLT) nicht im Ermessen Novomatics, da die Lotterien (Casinos-Austria-Konzern) die diesbezügliche Lizenz hätten.

Nur Casinos Austria dürfen Automaten aufstellen

Das Aufstellen von Glücksspielautomaten ist derzeit in Wien nur den teilstaatlichen Casinos Austria erlaubt, an denen Novomatic einen Anteil von 17 Prozent hält. Die Casinos-Tochter Lotterien ist nämlich über ihre Bundeslottolizenz berechtigt, österreichweit bis zu 5.000 sogenannte Video Lottery Terminals (VLT) aufzustellen. Etwaige Automatenverbote in Bundesländern wie Wien greifen bei VLTs also nicht.

Derzeit betreiben die Casinos Austria in ganz Österreich mehr als 600 Automaten. In Wien stellten sie vor wenigen Tagen im Prater 50 VLT-Geräte auf, sehr zum Missfallen von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Im Prater hatte früher, vor dem Verbot, Novomatic eine große Glücksspielautomatenhalle betrieben.

Novomatic-Chef Neumann bekräftigte in London: "Die einzige Möglichkeit, aktiven Spielerschutz zu betreiben, ist reguliertes Glücksspiel." In Wien sei dem illegalen Glücksspiel seit dem Automatenverbot Tür und Tor geöffnet. (APA, 9.2.2018)

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