"Aisha" von Jesper Stein: Geheim und gesetzlos

    15. Februar 2018, 10:38
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    Ein brillanter Krimi, bei dem die Rechtsstaatlichkeit unter die Räder kommt

    Der Tote wurde gefoltert, und seine Augenlider sind abgeschnitten. Das Opfer war beim dänischen Geheimdienst PET für die Terrorabwehr zuständig, ist dann jedoch aus dem Job ausgestiegen. Kommissar Axel Steen, der um seine psychische Stabilität und die Rückkehr in den Polizeidienst kämpft, ringt um Hinweise. Die bekommt er nur zum Teil, weil der Tote und ein weiterer ermordeter Ex-Geheimdienstler bei einer Aktion beteiligt waren, die unter keinen Umständen an die Öffentlichkeit gelangen darf. Steen führt einen Zweifrontenkrieg, in den auch seine Freundin hineingezogen wird. Noch dazu hat Steen vom PET eine Art Aufpasser bekommen, dem er nicht traut.

    Jesper Steins brillanter Krimi thematisiert mit Erbitterung die rückgratlose Haltung der Dänen gegenüber den Wünschen der CIA, wobei die Rechtsstaatlichkeit unter die Räder kommt. Auch beschreibt er die privaten Umtriebe religiöser Fanatiker. Das allein schon macht diesen Krimi farbig und lesenswert – ganz abgesehen von der gefinkelten Auflösung des Falles. (Ingeborg Sperl, 15.2.2018)

    Jesper Stein, "Aisha". Deutsch: Patrick Zöller. € 10,30 / 554 Seiten. KiWi, Köln 2018

    www.krimiblog.at

    • Jesper Stein, "Aisha". Deutsch: Patrick Zöller. € 10,30 / 554  Seiten. KiWi, Köln 2018
      foto: kiwi

      Jesper Stein, "Aisha". Deutsch: Patrick Zöller. € 10,30 / 554 Seiten. KiWi, Köln 2018

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