Kälte kann Herzinfarkt auslösen

    10. Februar 2018, 06:00
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    Eine Langzeitstudie zeigt, dass Minusgrade das Risiko für Herzanfälle steigern können. Besonders große Anstrengungen im Freien sollten vermieden werden

    Niedrige Temperaturen belasten das Herz. Herzpatienten sollten daher bei Temperaturen unter null Grad besonders vorsichtig sein, rät die Deutsche Herzstiftung. An sehr kalten Tagen steigt sogar die Zahl an Herzinfarkten, wie eine schwedische Langzeitstudie an mehr als 280.000 Patienten zeigt. "Brustschmerzen oder Atemnot sollten daher insbesondere im Winter nicht auf die leichte Schulter genommen werden", warnt der Herzspezialist Thomas Voigtländer vom Vorstand der Deutschen Herzstiftung.

    "Geht ein bisher Gesunder in die Kälte hinaus und bekommt plötzlich Schmerzen, einen Druck oder Brennen im Brustkorb und Atemnot, dann ist das ein Warnzeichen. Umgehend sollte ein Arzt aufgesucht werden, der das Herz gründlich untersucht." Die Symptome können Vorboten eines Herzinfarkts sein. Besonders gefährdet sind Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und Angina pectoris-Beschwerden oder nach einem Herzinfarkt.

    Starke Kälte belastet die Herzkranzgefäße, indem sich die Gefäße verengen und die Blutversorgung des Herzmuskels vermindern, der dadurch weniger Sauerstoff bekommt. Gleichzeitig werden auch die Widerstandsgefäße im übrigen Körper verengt (Blutdruckanstieg), so dass das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss. "Besonders wachsam sollten in den Wintermonaten auch Hochdruckpatienten und Betroffene mit Herzschwäche sein", sagt Voigtländer.

    Große Anstrengungen vermeiden

    Wer bereits an einer Herzerkrankung leidet, sollte bei Minusgraden auf starke körperliche Anstrengungen wie Schneeschaufeln verzichten. Zwar ist regelmäßige Bewegung auch im Winter empfehlenswert. Statt zu hoher Belastung rät die Stiftung allerdings zu weniger anstrengender Bewegung wie Spaziergängen oder Walkingrunden. Bei Minusgraden legen sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal über Mund und Nase, so gelangt die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege.

    Bei großer Kälte kann es auch sinnvoll sein, das Training in die Sporthalle oder das Schwimmbad zu verlegen. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass auch eine kühle Wohnung den Blutdruck erhöhen und das Herz gefährden kann. Koronarpatienten sollten daher die Wohnung angenehm warm halten, ohne sie zu überheizen. Grundsätzlich sollten Menschen mit Herzerkrankungen im Winter regelmäßig ihren Blutdruck messen und besonders sorgfältig ihre Medikamente nehmen, so die Empfehlung.

    Medikamenteneinnahme beachten

    Eine aktuelle finnische Studie bestätigt, dass Kälte die Prognose bei Herzpatienten ungünstig beeinflussen kann. Demnach schützt die Einnahme von Herzmedikamenten wie ASS, Betablockern oder Nitraten Herz-Kreislauf-Patienten vor einem akuten Koronarereignis (z. B. Herzinfarkt oder Angina pectoris).

    "Bei einigen Betroffenen muss – und dies nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt – die Dosis der Arzneien im Winter angepasst werden, da der Blutdruck in der kalten Jahreszeit oft höher liegt", betont Voigtländer. Wichtig ist auch der Zeitpunkt der Medikamenteneinnahme: Da der Blutdruck bei den meisten Patienten nach dem Aufstehen ansteigt, sollten sie ihre Tabletten in der Regel morgens nehmen – und zwar bevor sie hinaus in die Kälte gehen. (red, 10.2.2018)

    • Herzpatienten sollten bei Minusgraden einen Schal über Mund und Nase legen, um kalte Luft in den Atemwegen zu vermeiden.
      foto: ap/alessandro della bella

      Herzpatienten sollten bei Minusgraden einen Schal über Mund und Nase legen, um kalte Luft in den Atemwegen zu vermeiden.

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