Rochen nutzen heiße Tiefseequellen zum Brüten

    Video8. Februar 2018, 18:21
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    Forscher dokumentieren erstmals Kinderstuben eines Meerestiers, die durch Geothermie warm gehalten werden

    foto: ocean exploration trust
    Der Unterwasserroboter sammelt eine Eikapsel auf.

    Puerto Ayora – Was Forscher der Charles Darwin Research Station fanden, als sie ein fernsteuertes Unterwasserfahrzeug im Galapagos-Archipel abtauchen ließen, sah auf den ersten Blick aus, als hätte ein Pasta-Chef eine originelle Variante von Ravioli am Meeresboden abgelagert – und zwar in rauen Mengen. DNA-Analysen von eingesammelten Exemplaren zeigten, dass es sich bei den insgesamt 157 gelbbraunen Objekten in der Größe eines durchschnittlichen Handys um Eikapseln des Tiefsee-Rochens Bathyraja spinosissima handelte.

    Und sie lagen dort nicht zufällig, wie das Team von Pelayo Salinas-de-León im Magazin "Scientific Reports" berichtet. Beim Fundort handelte es sich um ein aktives hydrothermales Feld, und die Kapseln ballten sich im Umfeld sogenannter Schwarzer Raucher, aus denen schwefelhaltiges und vor allem heißes Wasser austritt.

    foto: ocean exploration trust
    Davon gab es am Meeresboden jede Menge.

    Mehr als die Hälfte der Kapseln lag in weniger als 20 Metern Entfernung zu einem Raucher; insgesamt befanden sich 89 Prozent der Kapseln an Stellen, die überdurchschnittlich warm waren. Die Forscher gehen daher davon aus, dass die Rochen ihren Nachwuchs gezielt an warmen Stellen ablegen, damit er sich rascher entwickelt.

    Die Tiefsee-Rochen haben einen vergleichsweise langsamen Lebenszyklus – dadurch sind sie für schädliche Umweltveränderungen anfälliger als Tiere mit rascher Generationenfolge. Dass sie auf Geothermie setzen, beschleunigt den Brutvorgang, der laut den Forschern zu den längsten im ganzen Tierreich gehört und Jahre dauern kann.

    npg press

    Vergleichbares Verhalten kennt man von verschiedenen Arten von Großfußhühnern. Diese im Pazifikraum beheimateten Vögel vergraben ihre Eier im Boden und suchen sich dabei bevorzugt Stellen aus, die aufgrund vulkanischer Energie erwärmt sind. Bei Meerestieren wurde diese spezielle Art von Kinderstuben zuvor noch nie gesehen. (jdo, 8. 2. 2018)

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