Anti-Rassismus-Demo nach Schussattacke in Italien abgesagt

8. Februar 2018, 16:05
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Aus Sorge vor Ausschreitungen in Macerata

Rom – Eine am Samstag geplante Anti-Rassismus-Demonstration im norditalienischen Macerata ist am Donnerstag abgesagt worden. Die Organisatoren folgten dem Appell der Präfektin Roberta Preziotti, die die Gruppierung zum Verzicht auf Kundgebungen aus Sorge vor möglichen gewaltsamen Ausschreitungen aufgerufen hatte.

Auch der Bürgermeister von Macerata, Romano Carancini, hatte am Mittwoch an die Parteien zur Absage jeglicher Demonstration in den nächsten Tagen aufgerufen. Die Anti-Rassismus-Demo war von der Gemeindevereinigung ANCI, vom Gewerkschaftsbund CGIL und anderen linksorientierten Kräften organisiert worden.

"Unannehmbar"

Gruppen autonomer Linkskräfte sowie die Metallgewerkschaft FIOM wollen jedoch dem Appell der Präfektin trotzen und am Samstag auf den Straßen Maceratas demonstrieren. Sie beklagten eine Verletzung des Demonstrationsrechts. "Es ist unannehmbar, dass man antifaschistische Kundgebungen und Demonstrationen jenen von Rechtsextremisten gleichstellt", erklärte FIOM am Donnerstag. Eine am heutigen Donnerstagabend geplante Veranstaltung der rechtsextremen Forza Nuova (FN) gegen die illegale Einwanderung war aus Gründen der öffentlichen Sicherheit abgesagt worden.

Ein Schütze hatte am Samstag offenbar aus rassistischen Motiven das Feuer auf mehrere Afrikaner eröffnet. Sechs Menschen wurden verletzt. Grund soll der Tod einer 18-Jährigen gewesen sein, die zerstückelt in zwei Koffern gefunden worden war. (APA, 8.2.2018)

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