Biathleten simulieren in Korea halbe Zeitumstellung

    8. Februar 2018, 12:29
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    Eberhard, Eder und Co um zwei Uhr früh ins Bett, Aufstehen zu Mittag, Rennen abends – Startschuss im Sprint für Hauser

    Pyeongchang – Die österreichischen Biathleten versuchen der Zeitumstellung und dem Jetlag bei den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang ein Schnippchen zu schlagen. Statt acht Stunden simulieren sie in ihrem Tagesablauf nur eine Differenz von vier Stunden zu Europa.

    Das funktioniert wegen der jeweils erst um 20.15 Uhr Ortszeit angesetzten Rennen so: Ab 02.00 oder 03.00 Uhr früh wird geschlafen, Frühstück gibt's zu Mittag, und dann folgt das Rennen. "Wir kommen immer erst nach Mitternacht ins Zimmer, da zahlt es sich nicht aus, die Zeit vollständig umzustellen", erklärte Lisa Theresa Hauser. Würden die Aktiven umstellen und schon in der Früh aufstehen, wäre die Phase bis zum Rennende zu lang. "Zwölf Stunden bis zum Wettkampf ist eine brutal lange Zeit", sagte Hauser.

    Die Biathletinnen wohnen im Olympischen Dorf gemeinsam mit Langläuferinnen in Fünferapartments mit jeweils eigenen Zimmern. "Die Langläuferinnen haben einen ganz anderen Rhythmus, das ist schwierig, aber sie sind sehr rücksichtsvoll", sagte die Tirolerin, die mit Ohropax schläft. Auch für Simon Eder ist die "halbe" Umstellung wichtig. "Ich tue mir immer schwer mit dem Jetlag, ich brauche fast eine Woche zur Umstellung."

    Hausers Chance

    Hauser will ihre bisherigen Saisonergebnisse übertreffen und einen Top-Ten-Platz erreichen. Im ersten ihrer fünf geplanten Bewerbe, dem Sprint am Samstag (12.15 Uhr / live ORF), erwartet sie das selbst jedoch noch nicht. "Das wird sehr schwierig, aber ich will mir eine gute Ausgangsposition schaffen für die Verfolgung", sagte die Tirolerin in Pyeongchang.

    Die 24-Jährige gilt als sichere Schützin und hat bei 20 Schüssen im Verfolgungsbewerb bessere Chancen als bei zehn im Sprint. "Aber da muss ich eine perfekte Schießleistung abrufen", erklärte Hauser. In der bisherigen Saison ließen die "Nuller" (fehlerloses Schießen) allerdings auf sich warten.

    Hauser weiß, warum. Im Sommer hatten ihre Mutter und ihr Bruder schwere Kopfverletzungen erlitten. "Da war das Training nicht mehr wichtig, das war eine sehr schwierige Zeit", sagte die Athletin aus Reith bei Kitzbühel. Ihre Trainerin Sandra Flunger sprach von einer Einbuße von sieben Wochen. Das wirkte in der bisherigen Saison nach.

    Die Strecken stufte Hauser als schwierig ein, bei dem wegen der Kälte langsamen, stumpfen Schnee wird es noch anstrengender. "Da sind auch die Serviceleute sehr gefordert", betonte die Siegerin der Single-Mixed-Staffel (mit Simon Eder) beim Saisonauftakt in Östersund.

    Der Slowakin Anastasiya Kuzmina könnte Großes gelingen. Die 33-Jährige peilt nach Vancouver und Sotschi die dritte Sprint-Goldmedaille in Serie an. Sie hat zuletzt im Weltcup mit Siegen Topform bewiesen. Größte Konkurrentinnen könnten u. a. Vize-Weltmeisterin Laura Dahlmeier (GER) und Kaisa Mäkäräinen (FIN) sein. Weltmeisterin Gabriela Koukalova (CZE) fehlt bei Olympia wegen Beinproblemen. (APA, 8.2.2018)

    • Österreichs Biathleten haben bis dato eine durchwachsene Saison hinter sich.
      foto: reuters/sezer

      Österreichs Biathleten haben bis dato eine durchwachsene Saison hinter sich.

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