Transplantation: Immunreaktion schuld an Komplikationen

    15. Februar 2018, 16:09
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    Forscher entdeckten den Auslöser für lebensgefährliche Darmentzündungen nach Transplantationen. Die Erkenntnis könnte neue Therapieansätze aufzeigen

    Häufig ist eine Knochenmarktransplantation für Patienten mit Leukämie die Rettung, doch das Risiko von Komplikationen ist groß. Trotz der aufwendigen und häufig langen Suche nach einem geeigneten Spender, kommt es bei fast der Hälfte der Patienten zu einer unerwünschten Reaktion des Immunsystems, die sich oft gegen Haut, Leber und in bis zu 50 Prozent der Fälle gegen den Darm richtet.

    Forscher der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) konnten nun entschlüsseln, wie es zu diesen teils lebensgefährlichen Darmentzündungen kommt und einen möglichen Behandlungsansatz aufzeigen. Ihre Ergebnisse haben sie im Fachmagazin Journal of Clinical Investigation veröffentlicht.

    Abwehrzellen des Spenders sind Auslöser

    Auslöser der heftigen Immunreaktion ist eine spezielle Form von Abwehrzellen des Spenders. Diese so genannten T-Lymphozyten erkennen die Körperzellen des Empfängers als fremd und attackieren sie. Die Forscher konnten nun zeigen, dass diese besondere Form der T-Lymphozyten von einem Protein namens BATF gesteuert wird.

    "Das BATF-Eiweiß arbeitet wie ein Zentralschalter in den Spender-T-Lymphozyten", sagt Kai Hildner von der Abteilung Gastroenterologie Pneumologie, Endokrinologie der FAU. "Wird das Protein eingeschaltet, können sich hoch aggressive Immunzellen entwickeln, die die Entzündungsvorgänge massiv verstärken und dann im Wechselspiel mit anderen Immunzellen großen Schaden im Darm nach einer Stammzelltransplantation anrichten."

    Neue Therapien sollen Überlebenschancen erhöhen

    Die Forschergruppe konnte darüber hinaus noch einen anderen Zusammenhang nachweisen: Die in den Darm eingewanderten T-Lymphozyten des Spenders schütten einen Botenstoff (GM-CSF) aus und vermitteln so die Entzündungsreaktion im Darm.

    Blockierten die Forscher die Entwicklung und Funktion dieser spezialisierten T-Lymphozyten mit Medikamenten, lösten sich die Entzündungen im Darm auf. Von der Entdeckung dieses molekularen Mechanismus erhoffen sich die Wissenschafter neue Therapien zur Beeinflussung der Darmentzündungen nach Transplantationen entwickeln zu können, um die Überlebenschancen der Patienten nach einer Stammzelltransplantation weiter zu erhöhen. (red, 15.2.2018)

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