Kritik an Hinrichtung minderjähriger Straftäter im Iran

    7. Februar 2018, 16:18
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    Human Rights Watch fordert Ende solcher Exekutionen

    Beirut – Human Rights Watch (HRW) hat die erneute Hinrichtung minderjähriger Straftäter im Iran kritisiert und ein Ende solcher Exekutionen gefordert.

    "Der Iran sollte umgehend und bedingungslos die Anwendung der Todesstrafe für Verbrechen beenden, die von Kindern unter 18 Jahren begangen worden sind, und auf die vollständige Abschaffung der Todesstrafe hinarbeiten", erklärte die Menschenrechtsorganisation am Mittwoch.

    Drei Hinrichtungen im Jänner

    HRW beklagte die Hinrichtung von Amirhossein Purjafar, Ali Kazemi und Mahboubeh Mofidi im Jänner. Demnach wurde der 18-jährige Purjafar wegen der Vergewaltigung und Ermordung einer Dreijährigen vor zwei Jahren gehängt. Kazemi war dafür zum Tode verurteilt worden, im Alter von 15 Jahren einen Mann erstochen zu haben. Mofidi soll ihrerseits im Alter von 17 Jahren ihren Ehemann ermordet haben, den sie mit 13 geheiratet hatte.

    Der Iran steht seit Jahren wegen der Hinrichtung minderjähriger Straftäter in der Kritik. Vergangenes Jahr hatte das Parlament Schritte zur Abschaffung der Todesstrafe für gewisse Drogendelikte getroffen. Die HRW-Regionaldirektorin Sarah Leah Whitson sagte aber, der Iran scheine darauf erpicht, mit der Hinrichtung minderjähriger Straftäter "den positiven Eindruck" zunichte zu machen, der durch diese Reform entstanden war. (APA, 7.2.2018)

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