Melanie Griffith spricht vor dem Opernball über #MeToo

    Video7. Februar 2018, 13:51
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    Vor dem Ball sprach die Schauspielerin über die aktuelle #MeToo-Debatte. Sie habe von ihrer Mutter Tippi Hedren gelernt, dass sie sich von keinem Mann etwas gefallen lassen muss

    Wien – Melanie Griffith ist in Wien gelandet. Trotz ihrer Hautkrebsoperation vor zwei Wochen fühlt sich die heurige Opernballbegleitung von Bauherr Richard Lugner topfit, wie sie am Mittwoch vor Journalisten in der Wiener Lugner City erklärte. Sie habe in ihrer Jugend viel Sonne auf den Virgin Islands abbekommen. Ihre Haut habe das aber nur schlecht vertragen. "Meine Nase wurde operiert, es sieht schrecklich aus, aber ich habe einen sehr guten Maskenbildner."

    der standard
    Das Gedränge um Melanie Griffith hielt sich in Grenzen.

    Tratsch

    Griffith gab sich am Mittwoch voller Vorfreude. Ihre beste Freundin Goldie Hawn, die vergangenes Jahr mit Lugner beim Opernball war, habe ihr nur Gutes über den Event erzählt. "Sie hatte viel Spaß und eine gute Zeit", so Griffith. Hawn habe ihr Lugner als "großzügig, fesch und sexy" beschrieben. "Sie sehen auch toll aus", entgegnete Lugner auf das Kompliment. Lugner habe sich für die Schauspielerin gemeinsam mit seiner Tochter entschieden. Eigentlich habe eher Jacqueline Lugner Griffith gefunden: "Sie schaut diese Zeitungen mehr durch als ich", gab der Bauherr zu.

    Noch stünde Griffith aber vor einem kleinen Problem: "Ich kann keinen Walzer." Doch Lugner habe sie noch gar nicht gefragt, ob sie mit ihm tanzen wolle. Der Vorsatz für den Opernballabend: "Ich versuche, gut auszusehen."

    foto: heribert corn
    Melanie Griffith bekam schon im Voraus eine Beschreibung von Lugner: "Großzügig, fesch und sexy".

    Dafür wird die Schauspielerin ein schwarzes Kleid von Azzedine Alaïa tragen, das der kürzlich verstorbene Designer ihr vor 20 Jahren geschneidert hat. Die Farbe habe jedoch nichts mit der #MeToo-Debatte zu tun. Dazu erklärte Griffith: "Es ist ein sehr ernstes Thema, und es ist wundervoll, dass es diese Diskussion gibt und sich die Dinge nun ändern."

    MamaToo

    Ihre Mutter, die Schauspielerin Tippi Hedren, habe schlimme Erfahrungen mit dem Regisseur Alfred Hitchcock gemacht. Er habe sie "emotional missbraucht" und wollte "ständig Sex mit ihr haben". Als sie ablehnte, habe er ihre Karriere zerstört.

    der standard
    Melanie Griffith nimmt im Video Stellung zu #MeToo: "Ich bin in dem Glauben aufgewachsen, dass man sich von einem Kerl nichts gefallen lassen muss."

    Die Geschichte von Hedren und Hitchcock ist bekannt und wurde 2012 sogar verfilmt. Hedren wurde nach Grace Kelly die "Lieblingsblondine" von Hitchcock und erhielt von ihm die Hauptrollen in den Filmen "Die Vögel" und "Marnie". Als Hedren die Anmachversuche des Regisseurs jedoch abwehrte, beendete er die Zusammenarbeit.

    foto: heribert corn
    Heute schwarz, morgen schwarz: Melanie Griffith wird am Ball eine dunkle Robe des Designers Azzedine Alaïa tragen.

    "Ich bin in dem Wissen aufgewachsen, dass ich mir von keinem Mann irgendeinen Scheiß gefallen lassen muss", sagte Griffith am Mittwoch dazu und entschuldigte sich für ihre harsche Wortwahl. Sie habe von ihrer Mutter gelernt, dass sie "jedes Recht auf Selbstrespekt habe" und nichts machen müsse, "um jemanden glücklich zu machen, den ich nicht glücklich machen will, nur um einen Job zu bekommen".

    Fanpost

    Im Anschluss an die Pressekonferenz begleitete Griffith Lugner noch in das Einkaufszentrum, wo sie gemeinsam mit Christina "Mausi" Lugner und dem Bauherren Autogramme für ihre Fans schrieb. Am Donnerstag will Griffith noch durch die Stadt schlendern und sich einiges ansehen – was, wollte sie vor laufenden Kameras jedoch nicht verraten.

    foto: katrin burgstaller
    Das Ex-Ehepaar Lugner mit Opernball-Gast Melanie Griffith.

    Für Griffith ist es nicht der erste Besuch in Wien. Auch nicht der erste Ball. Sie besuchte die Hauptstadt bereits vor rund fünf Jahren, als sie Gast des Life Balls war. (Oona Kroisleitner, 7.2.2018)

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