Stellenanzeigen: Arbeitgeber sollten sich mehr Mühe geben

    8. Februar 2018, 11:00
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    Die Recruiting-Firma Softgarden befragte Jobsuchende, wie das ideale Jobinserat aussieht: mehr Individualität, weniger Floskeln

    Wer einen Job sucht, blättert in der Regel durch die Stellenanzeigen einer Zeitung oder klickt sich auf Onlineportalen durch die Angebote. Wird das auch in Zukunft so bleiben, oder gibt es die klassische Stellenanzeige bald nicht mehr? Und wie sieht das ideale Stelleninserat aus Sicht der Jobsuchenden aus?

    Das versuchte eine Umfrage der Berliner Recruitingfirma herauszufinden und hat dazu mehr als 2.000 Personen, die sich in einem Bewerbungsprozess befanden, befragt. Mehr als 84 Prozent geben an, dass sie glauben, dass es künftig weiterhin klassische Stellenanzeigen geben wird. Im Schnitt sehen sich die meisten Befragten rund 30 Inserate an. Allerdings kann sich auch fast jeder Zweite vorstellen, eine Initiativbewerbung ohne Stellenanzeige abzuschicken.

    Ideale Stellenanzeige

    Wie sieht also künftig die ideale Stellenanzeige aus? Dazu sollten die Befragten ihre eigenen Gedanken nennen. Häufig wurden konkretere Beschreibungen der Tätigkeit genannt, zudem wurde auch gewünscht, dass man die Kontaktdaten mittels Barcode direkt aufs Smartphone bekommt oder eine Videobewerbung des Unternehmens ansehen kann. Die Unternehmen sollten also auch ihre Vorzüge konkreter darstellen, um mögliche Kandidaten anzusprechen. Das sei besonders wichtig, sagt Christian Baier von Softgarden: "Früher war die Stellenanzeige ein Instrument der Personalauswahl, heute ist sie ein Mittel, Bewerber für einen Job und für ein Unternehmen zu gewinnen."

    Die Bewerber wünschten sich auch, dass sich die Arbeitgeber bei Stellenanzeigen grundsätzlich mehr Mühe geben sollten. Stellenanzeigen werden von vielen Teilnehmern als lieblos beziehungsweise unprofessionell empfunden, die Inhalte seien zum großen Teil austauschbar. Ein Teilnehmer schreibt dazu: "Wenn ihr in euren Bewerbungen keine Floskeln hören wollt, dann gebt doch in euren Ausschreibungen auch keine heraus. Es schlafen einem die Augen beim Lesen ein." Ein anderer kommentiert: "Arbeitgeber bewerben sich mit dem Auftreten in Stellenanzeigen auch bei uns als Arbeitnehmer! Sie sollten uns das Gefühl geben, das ernst zu nehmen."

    Nicht übertreiben

    Dabei sollten die Stellenanzeigen aber nicht übertreiben. Denn: 42 Prozent der Befragten machten die Erfahrung, dass der Job nicht der Beschreibung in der Stellenausschreibung entsprach. Daraus resultiert möglicherweise auch das Vertrauen der Befragten in die Aussagen, die in der Stellenanzeige getroffen werden: Nur 15,6 Prozent vertrauen diesen uneingeschränkt.

    Die Inserate scheinen also noch immer entscheidend dafür zu sein, ob man sich wo bewirbt oder nicht. Immerhin: Drei Viertel der Befragten haben sich schon einmal nicht bei einem Unternehmen beworben, weil die Stellenanzeige "zu schlecht" war. Also beispielsweise so schlecht formuliert, dass man die wesentlichen Abschnitte kaum verstehen konnte oder ein schlechter Eindruck des Unternehmens vermittelt wurde. Der häufigste Grund, warum die Stellenanzeige als schlecht empfunden wurde (47,2 Prozent), liegt allerdings daran, dass die Befragten den Job nicht attraktiv genug fanden. Das kann einerseits daran liegen, dass der Job schlecht verkauft wurde, andererseits auch daran, dass es einfach nicht passte. (set, 7.2.2018)

    • Drei Viertel der Befragten haben sich schon einmal nicht bei einem Unternehmen beworben, weil die Stellenanzeige "zu schlecht" war, ergab eine Umfrage der Recruitingfirma Softgarden.
      foto: istock

      Drei Viertel der Befragten haben sich schon einmal nicht bei einem Unternehmen beworben, weil die Stellenanzeige "zu schlecht" war, ergab eine Umfrage der Recruitingfirma Softgarden.

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