Verkehrsprobleme und Feuerwehreinsätze nach Schneefall in Österreich

7. Februar 2018, 17:20
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Hängengebliebene Lkws und gesperrte Straßen, Kettenpflicht auf Kärntner Bergstraßen, ein Todesopfer in Niederösterreich

Graz – Heftiger Schneefall im Süden und Osten Österreichs hat am Mittwoch nicht nur auf Bergstraßen, sondern auch auf Autobahnen zu Verkehrsbehinderungen geführt. Auf der A2 (Südautobahn) kamen zwei Verkehrsteilnehmer ums Leben.

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Laut ÖAMTC machten vor allem die höher gelegenen Abschnitte der A2 Probleme, da Schwerfahrzeuge hängenblieben – etwa auf der Laßnitzhöhe, bei Gleisdorf-West sowie auf der Pack Richtung Kärnten. Bei Gratkorn nördlich von Graz ging es wegen der Schneemassen auf der Fahrbahn der A9 nur im Kolonnenverkehr weiter. Weiter südlicher, zwischen Gralla und Feldkirchen, kam es zu mehreren Auffahrunfällen. Die Radlpass-Straße (B76) musste in der Früh wegen hängengebliebener Lkws zwischen Stainz und Lannach gesperrt werden.

Rund 750 Feuerwehrleute im Einsatz

Im gesamten Bundesland waren etwa 750 Feuerwehrleute im Einsatz. Zu 90 Prozent waren Fahrzeuge zu bergen, sagte Sprecher Thomas Meier. Betroffen waren die Bezirke Südoststeiermark, Deutschlandsberg, Leibnitz, Voitsberg, Hartberg-Fürstenfeld, Weiz und Graz-Umgebung.

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In der steirischen Landeshauptstadt haben gut zehn Zentimeter Neuschnee für gröbere Probleme im Frühverkehr gesorgt. Erschwerend kam eine Sperre des Plabutschtunnels wegen eines Unfalls hinzu, hieß es aus dem Büro von Verkehrsstadträtin Elke Kahr (KPÖ). "Mit der Sperre des Tunnels stand alles – wir auch", meinte Peter Vogel, Einsatzleiter der Holding Graz. Für die Stadt war es der erste starke Schneefall der laufenden Wintersaison, und er fiel ergiebiger aus als prognostiziert. Bereits Dienstagabend begann es zu schneien, gegen 5.30 Uhr mit dem Start des Frühverkehrs wurde der Schneefall noch intensiver.

"Wir fahren das Vollprogramm", so Burkhard Steurer, Leiter des Bereichs Stadtraum der Holding. Rund 60 Einsatzfahrzeuge, zuerst im Streudienst, dann mit Pflug im Räumeinsatz, sowie etwa 100 Mitarbeiter kümmerten sich um verschneite Verkehrswege. Zuerst wurden Straßen mit öffentlichem Verkehr und Haltestellen, dann Hauptverkehrsstraßen, Fußgängerquerungen und Radwege freigemacht. Kahr appellierte an die Verkehrsteilnehmer, sich den Witterungsverhältnissen anzupassen sowie auf nicht notwendige Fahrten zu verzichten. Außerdem erinnerte sie an die Gehsteig-Räumpflicht für Hausbesitzer.

Mehrere Verletzte in Kärnten

Auch in Kärnten hat der Schneefall am Mittwoch in den frühen Morgenstunden zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen geführt. Nach Angaben des ÖAMTC gab es vor allem auf der Südautobahn A2 praktisch durchgehend Schneefahrbahn, durch hängengebliebene Fahrzeuge kam es immer wieder zu Staus, vor allem am Griffner Berg und im Packabschnitt.

Probleme gab es auch auf höhergelegenen Bergstraßen, für zahlreiche Pässe wie etwa den Wurzenpass wurde Kettenpflicht verhängt. Laut Rotem Kreuz hatten sich auch bereits einige Unfälle ereignet, mehrere Verletzte mussten in Krankenhäuser gebracht werden. Für den Tagesverlauf war ein Nachlassen der Schneefälle prognostiziert.

Feuerwehreinsätze im Burgenland

Die winterlichen Fahrverhältnisse haben Mittwochfrüh für mehrere Unfälle auf Burgenlands Straßen gesorgt. Laut Landessicherheitszentrale Burgenland (LSZ) gab es um die 20 Feuerwehreinsätze. Es handelte es sich zumeist um Fahrzeugbergungen.

Betroffen war vor allem der Landessüden. Bei einem Verkehrsunfall in St. Margarethen (Bezirk Eisenstadt Umgebung) wurde eine Person leicht verletzt.

Zwei tödliche Unfälle in Niederösterreich

Die Schneefälle haben auch in Niederösterreich zu Behinderungen und mehreren Feuerwehreinsätzen nach Verkehrsunfällen geführt. Ein Fahrzeug überschlug sich auf der A2 (Südautobahn) nahe Wöllersdorf und tötete eine 36-Jährige, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt.

Den Angaben zufolge hatte sich der Pkw mit Badener Kennzeichen kurz nach 6.00 Uhr überschlagen. Ein Kleintransporter dahinter konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhr dem auf dem Dach liegenden Auto in die rechte hintere Seite. Beide Fahrzeuge verkeilten sich ineinander. Der Pkw wurde seitlich regelrecht aufgerissen. Ersthelfer zogen die Lenkerin aus dem Fahrzeug und begannen noch vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte mit den Reanimationsmaßnahmen. Die Frau starb jedoch noch an der Unfallstelle. Der Fahrer des Kleintransporters wurde mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Später kam es in Texing, im Bezirk Melk, zu einem weiteren tödlichen Unfall. Das Auto eines älteren Paares prallte bei winterlichen Fahrverhältnissen gegen einen Telefonmasten. Ein Mann, der nach Polizeiangaben am Steuer des Wagens saß, kam ums Leben. Seine Frau wurde schwer verletzt, bestätigte die Exekutive auf Anfrage Online-Medienberichte.

Alle Straßenmeistereien im Einsatz

Kurz darauf kam ein Pkw auf der Autobahn beim Rastplatz Wiener Neustadt ins Schleudern. Für die FF Wiener Neustadt folgten noch drei weitere Fahrzeugbergungen. Solche absolvierten Einsatzkräfte auch im Bezirk Baden, weil Verkehrsteilnehmer mit ihren Fahrzeugen im Graben landeten. So musste etwa die B17 im Bereich Teesdorf wegen Bergungsarbeiten kurzfristig gesperrt werden, teilte das Bezirkskommando mit.

Laut dem Landespressedienst waren in Niederösterreich am Mittwoch sämtliche Straßenmeistereien im Einsatz – in Summe rund 1.000 Bedienstete mit 360 eigenen Räum- und Streufahrzeugen. Dazu kamen 250 angemietete Winterdienstfahrzeuge. Kettenpflicht für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen galt im Bezirk Neunkirchen auf der L175 von Trattenbach bis zur Landesgrenze.

Der Schneefall soll laut Prognosen noch den gesamten Tag anhalten. Gegen Abend wird der Niederschlag aber leichter, und für morgen, Donnerstag, sagen Meteorologen bereits wieder milderes Wetter voraus. (APA, red, 7.2.2018)

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    foto: apa/bfvfb/wolfgang patschok
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