Nach Missbrauchsvorwürfen: Kasinomilliardär geht

7. Februar 2018, 08:08
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Nachdem Stephen Wynn auf sein Amt als Finanzchef verzichtete, tritt er nun auch von seinem Kasinoimperium zurück

Las Vegas – Nach massiven Vorwürfen wegen sexuellen Missbrauchs ist der schwerreiche US-Kasinobesitzer Stephen Wynn von der Spitze seines Geschäftsimperiums zurückgetreten. Zum Nachfolger an der Spitze des Konzerns bestimmte der Aufsichtsrat Matt Maddox.

In einer Mitteilung von Wynn Resorts Ltd., die in der Nacht zum Mittwoch unter anderem vom Wirtschaftsdienst Bloomberg verbreitet wurde, begründete Wynn seine Entscheidung mit einer "Lawine negativer Aufmerksamkeit".

Nach Berichten amerikanischer Medien soll Wynn über Jahre hinweg dutzende Angestellte sexuell belästigt oder zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Die Zeitung "Wall Street Journal" stützt einen im Jänner veröffentlichten investigativen Bericht auf Interviews mit mehr als 150 Frauen.

Freund von Trump

Der 76-Jährige wies die Vorwürfe als "grotesk" zurück. Er trat aber Ende Jänner von seinem Amt als Finanzchef des republikanischen Parteivorstandes zurück – einen Posten, auf den er kurz nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten Ende 2016 berufen worden war. Trump hat den Multimilliardär wiederholt als "Freund" beschrieben, äußerte sich aber zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Wynn hat unter anderem die Kasinos Bellagio, Encore, Mirage, Treasure Island und Wynn im Spielerparadies Las Vegas gebaut. Die sexuellen Übergriffe sollen sich hauptsächlich in seiner privaten Bürosuite abgespielt haben. (APA, 7.2.2018)

  • Wynn betrieb einige Kasinos in Las Vegas.
    foto: reuters / mike blake

    Wynn betrieb einige Kasinos in Las Vegas.

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