Beben in Taiwan – Zahl der Toten steigt auf mindestens neun

7. Februar 2018, 17:26
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62 Menschen werden noch vermisst

Taipeh –Nach dem schweren Erdbeben in der taiwanesischen Stadt Hualien ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens neun gestiegen. Die Leichen einer Frau und eines Mannes wurden am Donnerstag aus den Trümmern des "Yunmen Cuiti Building" geborgen, auf das sich die Rettungsarbeiten konzentrierten. Das zwölfstöckige Wohnhaus war in gefährliche Schieflage geraten, weil die untersten Etagen eingestürzt sind.

Insgesamt werden noch 62 Menschen vermisst. Wegen kleinerer Nachbeben mussten die Retter mehrfach Pausen einlegen. Das Erdbeben der Stärke 6,0 hatte in der Nacht zum Mittwoch an der Ostküste Taiwans erhebliche Schäden verursacht. Mindestens 266 Menschen wurden verletzt.

258 Verletzte

Die Rettungsarbeiten dauerten in Hualien an. Mindestens 62 Menschen galten am Mittwoch noch als vermisst, viele von ihnen wurden in einem nach dem Beben schrägstehenden Hochhaus namens "Yunmen Cuiti Building" vermutet. 258 Menschen waren den Behörden zufolge verletzt worden.

Mindestens vier große Gebäude stürzten dort teilweise oder komplett ein. Eine 60-jährige Frau starb im eingestürzten Erdgeschoß des "Marshal Hotel", wo Retter am Mittwoch daran arbeiteten, zu zwei weiteren Verschütteten vorzudringen. Drei Menschen starben in den Trümmern von Wohnhäusern.

Nach zehn Stunden gerettet

"Als das Beben einsetzte, hat alles gewackelt. Ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Moment von Trümmern getroffen werde", sagte eine Lehrerin namens Yeh dem lokalen Fernsehsender. "Ich war geschockt, wie lange das Beben dauerte" sagte Ching-ting Huang, eine andere Frau aus Hualien. Eine Frau aus Südkorea bedankte sich überschwänglich, nachdem Retter sie nach zehn Stunden mit nur leichten Verletzungen aus den Trümmern zogen.

Großflächiger Stromausfall

Auf Twitter verbreitete Fotos zeigten aufgerissene Straßen und zahlreiche beschädigte Gebäude. Über 40.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom oder Wasser. Brücken und Autobahnen wurden geschlossen, um sie auf Schäden zu prüfen. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen reiste in die Unglücksregion, um die Rettungsarbeiten zu inspizieren.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4 und ereignete sich nach Ortszeit am Dienstag kurz vor Mitternacht (MEZ 16.50 Uhr). Bei einem Erdstoß mit ähnlicher Stärke vor zwei Jahren waren in Taiwan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hochhäuser waren eingestürzt. Die Behörden machten Pfusch am Bau und nicht eingehaltene Vorschriften zum Erdbebenschutz mitverantwortlich.

In der Nähe von Taiwan treffen zwei tektonische Platten aufeinander, auf der Insel bebt immer wieder die Erde. Ein Beben der Stärke 7,3 erschütterte Taiwan im September 1999. Damals starben dort mehr als 2.400 Menschen. (APA, 7.2.2018)

  • Ein schwer beschädigtes Gebäude in Hualien
    foto: hualien county fire bureau via ap

    Ein schwer beschädigtes Gebäude in Hualien

  • Das Beben hatte eine Stärke von 6,4.
    foto: reuters / china stringer network

    Das Beben hatte eine Stärke von 6,4.

  • Auch Autos wurden bei dem Erdbeben zerstört.
    foto: reuters / tyrone siu

    Auch Autos wurden bei dem Erdbeben zerstört.

  • Gebäude neigten sich gefährlich zur Seite.
    foto: apa/afp/paul yang

    Gebäude neigten sich gefährlich zur Seite.

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