Ex-Hypo-Chef Kulterer bedingt aus Haft entlassen

    6. Februar 2018, 17:20
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    Ex-Banker hat zwei Drittel seiner sechsjährigen Haftstrafe verbüßt, es sind aber noch weitere Verfahren offen

    Wien – Wolfgang Kulterer, der frühere Vorstandschef der Hypo Alpe Adria, ist wieder in Freiheit. Der Exbanker hat zwei Drittel seiner Haftstrafe von sechs Jahren verbüßt, am Dienstag wurde er bedingt entlassen. Das bestätigt der Sprecher des Straflandesgerichts Klagenfurt auf Anfrage.

    Kulterer, heute 64 Jahre alt, war im Rahmen des Skandals um die frühere Kärntner Landesbank wegen Untreue verurteilt worden. Vier Jahre davon hat er nun abgesessen, und weil keine spezialpräventiven Gründe dagegen sprechen, durfte er das Gefängnis verlassen. Die Justiz nimmt also nicht an, dass Kulterer erneut straffällig wird. Die Abschreckung anderer (Generalprävention) ist mit den vier Jahren Haft abgedeckt.

    Untergebracht war der Exmanager, der einer Bauernfamilie entstammt, in der zur Justizanstalt Klagenfurt gehörenden Außenstelle Rottenstein, wo Landwirtschaft betrieben wird. Kulterer selbst hatte in seinen guten Zeiten selbst einen Hof und als erfolgreicher Military-Reiter viele wertvolle Pferde besessen.

    Freigang dank guter Führung

    Zuletzt hatte er dank guter Führung Freigang, durfte arbeiten gehen und musste nur die Nächte in der Vollzugsanstalt verbringen.

    Endgültig aufatmen kann Kulterer aber noch nicht. Aus anderen Hypo-Causen, in denen es rund um Kreditvergaben stets um Untreuevorwürfe geht, gibt es Verurteilungen zu 5,5 Jahren Haft – sie sind aber nicht rechtskräftig. Kulterer hofft auf "Heber" durch den Obersten Gerichtshof, also darauf, dass dieser die Urteile kippt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

    In etlichen Prozessen wurde er freigesprochen, so auch vorige Woche in der Causa Hilltop und Blok 67. Die Richterin ließ bei der Verkündung des (nicht rechtskräftigen) Urteils aufhorchen. Sie habe noch nie erlebt, dass eine Anklagebehörde den Objektivitätsgrundsatz so verletzt habe, dafür könne sie sich bei den sechs Angeklagten nur entschuldigen. (gra, 7.2.2018)

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