COPD: Was eine Reha bringt

    7. Februar 2018, 07:00
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    Einer Studie zufolge steigert eine ambulante Reha die körperliche Belastbarkeit und Lebensqualität – vor allem COPD-Patienten profitieren von diesem Angebot

    Wien – Etwa jeden fünften Österreicher über 40 Jahre geht die Luft aus. In Europa sind etwa 44 Millionen Menschen von der chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) betroffen. Einer Prognose der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge könnte sich die sogenannte "Raucherlunge" zur dritthäufigsten Todesursache weltweit entwickeln.

    Es beginnt scheinbar harmlos: Schleimiger Husten und zunehmende Kurzatmigkeit. Doch kaum eine Krankheit schleicht sich so unauffällig in das Leben wie die COPD. Deshalb wird sie meist erst sehr spät diagnostiziert. Das Problem: COPD ist unheilbar, die Schädigung der Lunge irreversibel. Therapeutisch kann allerdings das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt oder gestoppt werden. In manchen Fällen lässt sich die Lungenfunktion sogar wieder verbessern.

    In einer Studie wurde nun die Wirkung einer neuartigen nicht-pharmakologischen therapeutischen Behandlung von Lungenkrankheiten untersucht. Insgesamt nahmen 121 Patienten an der wissenschaftlichen Analyse teil. 64 Probanden hatten eine diagnostizierte COPD, 16 Teilnehmer litten an Asthma und 41 Personen waren von anderen pneumologischen Krankheiten betroffen. 51 Prozent der Studienteilnehmer waren Männer, 49 Prozent Frauen. Das Durchschnittsalter lag bei rund 63 Jahren.

    Gehen und Strampeln

    Das Angebot der ambulanten Reha (Phase 2) bestand aus einer medizinischen Trainingstherapie, krankheitsbezogenen Schulungen und psychologischer Betreuung. Die wichtigsten Ergebnisse der Studie: Im sechsminütigen Gehtest konnte eine durchschnittliche Steigerung von rund 461 auf 494 Meter erreicht werden. COPD-Patienten schafften es durchschnittlich um 36 Meter weiter zu gehen, bei Asthmatikerinnen und Asthmatikern lag die Steigerung bei durchschnittlich 26 Metern.

    Verbesserungen erzielten die Patienten auch am Ergometer. Die Leistung erhöhte sich im Schnitt von 82 Prozent auf 87 Prozent. Auch die Atmungsmuskulatur konnte deutlich gestärkt werden. Für COPD-Erkrankte ergaben die Auswertungen des CAT (COPD Assessment Test – ein Fragebogen bei dem die Betroffenen ihre Beschwerden auf einer Skala von 0 bis 5 einstufen; Anm.) signifikante Veränderungen im Sinne einer verbesserten Lebensqualität und Belastbarkeit im täglichen Leben.

    "Insgesamt kann man feststellen, dass Rehabilitation deutliche Verbesserungen für die Patienten mit Lungenerkrankungen in allen Bereichen mit sich gebracht hat", interpretiert Christiane Marko, medizinische Leiterin des Zentrums für ambulante Rehabilitation in Wien die Studienergnisse. (red, 7.2.2018)

    Infos zur Studie:

    In allen an der Studie beteiligten ambulanten Rehabilitationszentren erhielten die Patienten das gleiche standardisierte Leistungsangebot – gemäß dem medizinischen Leistungsprofil.

    Einrichtungen, die an der Studie teilgenommen haben:

    • Zentrum für ambulante Rehabilitation der Pensionsversicherungsanstalt in Wien und Graz
    • Therme Med Wien
    • Lunge Vital Wels
    • Ludwig Boltzmann Cluster für Arthritis und Rehabilitation

    Was ist eine ambulante Reha Phase 2?

    Im Anschluss an ein Akutereignis – etwa die deutliche Verschlechterung der COPD oder die Erstmanifestation einer Lungenerkrankung – wird eine ambulante pneumologische Rehabilitation für die Dauer von sechs Wochen angeboten. Die Patienten verbringen drei- bis viermal wöchentlich bis zu fünf Stunden im ambulanten Zentrum. Schwerpunkt der Reha ist ein körperliches Training, das dem individuellen Gesundheitszustand des Patienten angepasst wird. Für diesen Zeitraum ist ein Krankenstand medizinisch empfehlenswert.

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      foto: getty images/istockphoto

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