Papst soll von Vertuschung des Missbrauchs in Chile gewusst haben

    5. Februar 2018, 22:58
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    Opfer schrieb 2015 Brief an Franziskus und ließ ihn durch Kardinal übergeben

    Vatikanstadt – Papst Franziskus soll seit spätestens 2015 von der Vertuschung von Missbrauchsfällen in Chile durch Bischof Juan Barros gewusst haben. "Der Papst kennt den Fall von Barros schon seit langem. Ich habe ihm einen sehr detaillierten Brief geschrieben, der ihm von Kardinal Sean O'Malley übergeben wurde", sagte das Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz am Montag dem chilenischen Radiosender Cooperativa.

    "Alles Verleumdung"

    Bischof Barros soll nach Aussagen von Opfern die Sexualdelikte des Pfarrers und Priesterausbilders Fernando Karadima gedeckt haben. Karadima wurde 2011 von einem Gericht des Vatikans schuldig gesprochen. Auf seiner jüngsten Chile-Reise hatte Papst Franziskus Barros in Schutz genommen. "Es besteht kein einziger Beweis gegen ihn, es ist alles Verleumdung", sagte das katholische Kirchenoberhaupt. Auf dem Rückflug nach Rom entschuldigte sich Franziskus für seine Wortwahl.

    "Es ist schmerzhaft, ihn lügen zu hören, dass ihm nie etwas gesagt worden sei, dass er nie etwas von den Opfern erfahren habe, wenn er tatsächlich eine sehr detaillierte Beschreibung der Ereignisse hatte", sagte Cruz. Papst Franziskus hatte zuletzt den Erzbischof von Malta, Charles Scicluna, nach Chile geschickt, um den Fall Barros aufzuklären. Cruz sagte dem Radiosender Cooperativa, er werde zwischen dem 20. und 21. Februar seine Zeugenaussage vor Scicluna machen.

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