Bericht: Tochter einer deutschen Islamistin im Irak verurteilt

5. Februar 2018, 20:48
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Eine IS-Mitgliedschaft sahen die Richter bei der 21-Jährigen aber nicht

Berlin – Ein irakisches Gericht hat nach einem Bericht die Tochter einer deutschen Islamistin zu einem Jahr Gefängnis und einer Geldstrafe verurteilt, weil sie illegal ins Land gereist sei. Laut "Spiegel" handelt es sich um die 21-jährige Nadia K., die Ende 2014 von ihrer Mutter Lamia K. von Deutschland aus ins Gebiet der Terrormiliz IS in Syrien mitgenommen worden sei.

Eine IS-Mitgliedschaft sahen die Richter bei der 21-Jährigen aber nicht. Die Berichten zufolge aus Mannheim stammende Deutsch-Marokkanerin Lamia K. war Ende Jänner von einem Gericht in der irakischen Hauptstadt Bagdad zum Tod durch den Strang verurteilt worden. Sie habe dem IS bei seinen Taten geholfen und sei an einem Angriff auf irakische Sicherheitskräfte beteiligt gewesen, hieß es. Das Urteil kann noch angefochten werden.

2017 festgenommen

Nadia K. war laut "Spiegel" bei der Reise ins Kriegsgebiet erst 17. Sie sei mit anderen IS-Ehefrauen nach der Rückeroberung der Stadt Mosul vom IS durch irakische Sicherheitskräfte im Sommer 2017 festgenommen worden.

Deutsche Behörden halten die Tochter von Lamia K. den Angaben zufolge nicht für eine glühende IS-Anhängerin. Vielmehr sei sie ihrer Mutter, die schon vor der Ausreise als IS-Sympathisantin bekannt gewesen sei, als noch recht naive Jugendliche nach Syrien gefolgt, hieß es unter Berufung auf Sicherheitskreise. Nadias Vater sagte dem "Spiegel", seine Ex-Frau habe sowohl Nadia als auch eine weitere Tochter ins IS-Gebiet verschleppt. Er wolle sich für ihre Rückkehr nach Deutschland einsetzen. (APA, 5.2.2018)

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