Bund Deutscher Kriminalbeamter für Ende des Cannabis-Verbots

    5. Februar 2018, 09:34
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    Weder intelligent noch zielführend sei das Verbot von Cannabis, sagt der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter

    Berlin – Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat ein Ende des Cannabis-Verbots gefordert und sich für eine Entkriminalisierung von Konsumenten der Droge ausgesprochen. Der BDK-Vorsitzende Andre Schulz sagte der "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe), das Verbot von Cannabis sei "historisch betrachtet willkürlich erfolgt und bis heute weder intelligent noch zielführend".

    Es habe in der Menschheitsgeschichte noch nie eine Gesellschaft ohne Drogenkonsum gegeben, dies müsse akzeptiert werden, sagte Schulz. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter setze sich daher für eine "komplette Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten ein". Zur Begründung sagte Schulz der "Bild", durch das derzeitige Rechtssystem würden Menschen stigmatisiert und kriminelle Karrieren erst befördert.

    Verantwortungsvoller Drogenkonsum statt Repression

    Es gebe bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik als vor allem auf Repression zu setzen, sagte Schulz. Dazu gehöre, zu lernen, mit einem verantwortungsvollen Drogenkonsum umzugehen, Konsumenten und Suchtkranken unter Fürsorgeaspekten zu helfen und einen tatsächlich wirksamen Kinder- und Jugendschutz möglich zu machen.

    Für Autofahrer müsse Kiffen aber Tabu bleiben, sagte Schulz: "Aus Sicherheitsgründen darf das Führen eines Kraftfahrzeuges weder im alkoholisierten oder sonst wie berauschten Zustand erfolgen."

    Signale von Grünen und FDP

    Auch der damalige Grünen-Chef Cem Özdemir hat sich vor einem Jahr für eine Freigabe von Cannabis eingesetzt. "Schaffen Sie noch in diesem Jahr mit einem Cannabiskontrollgesetz die Möglichkeit zur kontrollierten und staatlich regulierten Abgabe von Cannabis an mündige Erwachsene", schrieb er im Juni an die Drogenbeauftragte. Özdemir kritisierte damals, die deutsche Drogenpolitik sei "krachend gescheitert". Vor den Sondierungsgesprächen für eine mögliche Jamaika-Koalition hatte sich auch die FDP klar für eine Freigabe von Cannabis ausgesprochen. In Österreich sprachen sich die Grünen und die Neos für eine solche aus. (APA/AFP, red, 5.2.2018)

    • Es gebe bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik als vor allem auf Repression zu setzen, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter der "Bild"-Zeitung.
      foto: apa/afp/lars hagberg

      Es gebe bessere Möglichkeiten in der Drogenpolitik als vor allem auf Repression zu setzen, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Kriminalbeamter der "Bild"-Zeitung.

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