Fehlstart für Sturm – 0:1 in Mattersburg

3. Februar 2018, 17:55
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Grazer unterliegen beim Debüt von Trainer Vogel und geben Tabellenführung ab – Pink köpfelt Siegestreffer für die Burgenländer

Mattersburg – Das Debüt von Heiko Vogel als neuer Trainer von Sturm Graz ist am Samstag missglückt. Die Steirer kassierten zum Frühjahrsauftakt im Pappelstadion durch ein Tor von Markus Pink (31.) eine 0:1-Niederlage gegen den SV Mattersburg und gaben die Tabellenführung in der Fußball-Bundesliga an Red Bull Salzburg ab. Der Titelverteidiger setzte sich gegen Admira Wacker mit 2:1 durch.

Vogel verordnete Sturm wie schon in der Vorbereitung ein 4-1-4-1-System, das allerdings bis auf viel Ballbesitz wenig brachte. Mattersburg stand in der Defensive sicher und war vor dem gegnerischen Tor deutlich gefährlicher als die Gäste. So landete in der 20. Minute ein abgefälschter Schuss von Nedeljko Malic vor den Beinen von Pink, der jedoch aus fünf Metern über das Tor schoss.

Ein toller Hecht

Elf Minuten später hatte Pink das Visier besser eingestellt. Nach einem Eckball von Mario Grgic entwischte der Stürmer seinem Aufpasser Peter Zulj und sorgte per Hechtkopfball für das 1:0. In der 34. Minute hatte Pink die nächste Topchance, beförderte den Ball aber nach Fehler von Christian Schoissengeyr aus kurzer Distanz am langen Eck vorbei.

Die Grazer erzeugten vor dem Seitenwechsel nur bei einem meterweit am Tor vorbeifliegenden Schuss von Zulj (24.) einen Hauch von Gefahr, wurden aber nach der Pause etwas zielstrebiger. In der 48. Minute traf Fabian Koch mit einem Weitschuss die Latte, zehn Minuten später verfehlte ein abgefälschter Freistoß von Dario Maresic nur knapp das Tor.

Doch auch die Mattersburger hatten ihre Chancen: Sturm-Goalie Jörg Siebenhandl legte in der 50. Minute den Ball unfreiwillig für SVM-Angreifer Smail Prevljak auf, der dann am Keeper scheiterte. In der 58. Minute fand Prevljak nach einem gut vorgetragenen Konter wieder in Siebenhandl seinen Meister. In der 80. Minute schließlich verhinderte der Sturm-Tormann gegen den alleine heranbrausenden Andreas Gruber ein weiteres Gegentor. Die Möglichkeit zum Ausgleich ließ Philipp Huspek in der 95. Minute aus, sein Schuss wurde von Markus Kuster entschärft.

So blieb es beim Erfolg für die Burgenländer, womit Sturm nun sechsmal in Folge zum Frühjahrsauftakt nicht gewonnen hat. Die achtplatzierten Mattersburger wiederum holten aus den vergangenen vier Runden zehn Punkte, vergrößerten den Vorsprung auf Schlusslicht SKN St. Pölten zumindest vorerst auf 17 Zähler und schafften punktemäßig endgültig den Anschluss ans Mittelfeld. (APA – 3.2. 2018)

Fußball-Bundesliga – 21. Runde:
SV Mattersburg – SK Sturm Graz 1:0 (1:0). Mattersburg, 3.400, SR Muckenhammer

Tor: 1:0 (31.) Pink

Mattersburg: Kuster – Novak, Malic, Mahrer, Lercher – Grgic (67. Sittsam), Jano – Okugawa, Ertlthaler (79. Gruber), Pink – Prevljak (84. Maierhofer)

Sturm: Siebenhandl – Koch, Schoissengeyr, Schulz, Schrammel – Maresic (81. Lovric) – Schmerböck (59. Eze), Zulj, Potzmann (77. Schubert), Huspek – Alar

Gelbe Karten: Malic bzw. Zulj, Koch, Maresic, Lovric

Stimmen:

Gerald Baumgartner (Mattersburg-Trainer): "Die Entscheidungen, die die Spieler getroffen haben, waren hervorragend. In der ersten Hälfte haben wir eine Top-Leistung geboten. Ich denke, dass der Sieg wegen der vielen Chancen hochverdient war."

Heiko Vogel (Sturm-Graz-Trainer): "Wir dürfen uns über die Niederlage nicht beschweren. Wir haben uns schwergetan. Die zweite Hälfte war aber besser. Mattersburg hat sehr diszipliniert gespielt. Wir wussten, dass sie in den Standardsituationen und im Konter sehr gefährlich sind. Unser Spiel war zu unpräzise und unsere Pässe zu ungenau. Wir haben aber dennoch intensiv gespielt, doch es hat die Präzision gefehlt. Es gilt, Ruhe zu bewahren und sich nicht von der Niederlage irritieren zu lassen.

Deni Alar (Sturm-Stürmer): "Die erste Hälfte war eine Katastrophe. Wir dürfen nicht glauben, dass alles locker und lässig geht. Die Einstellung hat nicht gepasst. Wir müssen unbedingt ein anderes Gesicht zeigen."

Günter Kreissl (Grazer Sport-Geschäftsführer): "Das Spiel war in jeder Hinsicht enttäuschend. Gegen den WAC wartet auf uns ein wichtiges Spiel, in dem wir diese Niederlage korrigieren können. Wir haben den Spielern gebetsmühlenartig gepredigt, dass man die Testspiel-Ergebnisse nicht überbewerten darf. Jetzt gilt es, den Mund abzuputzen und den Blick nach vorne zu richten."

  • Markus Pink gibt Sturm-Keeper Jörg Siebenhandl das Nachsehen.
    foto: apa/neubauer

    Markus Pink gibt Sturm-Keeper Jörg Siebenhandl das Nachsehen.

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