Rapid will Zeichen setzen, Austria plant Aufholjagd

2. Februar 2018, 16:02
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Grün-Weiß hofft auf ersten Sieg über Violett im Allianz Stadion – Djuricin erwartet sich Steigerung im Vergleich zum Herbst. Austria "guter Dinge" – Ziel von Fink: Rapid überholen

Wien – Rapid hofft am Sonntag zum Frühjahrsauftakt der Fußball-Bundesliga im vierten Anlauf auf den ersten Derbysieg über die Austria im Allianz Stadion. Derzeit steht die Bilanz gegen den Erzrivalen in der neuen Arena bei zwei Niederlagen und einem Unentschieden – sehr zum Leidwesen von Trainer Goran Djuricin, während die Austria "guter Dinge" nach Hütteldorf zurückkehrt.

Der Wiener wünscht sich für seine Mannschaft und auch für die Fans einen vollen Erfolg. "Wir wollen ein Zeichen setzen", betonte Djuricin. Zuversicht schöpft der 43-Jährige aus der seiner Meinung nach zufriedenstellenden Vorbereitung. "Kreativität und Schwung sind da, alle sind motiviert – jetzt freuen wir uns auf das Derby."

Acht Punkte Differenz

Acht Zähler trennen die Stadtrivalen derzeit, die Austria plant aber die Aufholjagd. "Wir sind punktemäßig hinten dran. Aber wir haben Selbstvertrauen genug, dass wir sagen, wir können Rapid noch überholen", betonte Trainer Thorsten Fink am Freitag. 16 Spiele bleiben der sechstplatzierten Austria bis Saisonende, um den Sprung in den Europacup noch zu realisieren. Platz vier ist das Ziel, mit einem Sieg im 325. großen Wiener Derby vielleicht noch mehr. "Dann können wir vielleicht noch den dritten Platz erreichen", sagte Fink. "Wir wissen um die Bedeutung des Spiels."

Durch die Rückkehr von Thomas Hickersberger als Assistenztrainer habe Grün-Weiß zusätzliche Fortschritte gemacht, beteuerte Djuricin. "Die Zusammenarbeit mit ihm ist sensationell. Wir haben sehr viel im taktischen Bereich gearbeitet, die Mannschaft hat sich in diesem Punkt sicher weiterentwickelt."

Steigerungspotenzial gebe es vor dem ersten Match des Jahres, für das bis Freitag 25.400 Tickets verkauft waren (1.300 davon im Austria-Sektor), im Vergleich zum Herbst aber auch in einigen anderen Bereichen. "Wir wollen noch dominanter auftreten und effizienter werden. In der Defensive wollen wir noch fleißiger werden, dann wird's im Frühling gut ausschauen", prophezeite Djuricin.

Grün-Weiß in Favoritenrolle

Sein Klub liegt als Dritter weit vor der sechstplatzierten Austria, womit Rapid wohl eine gewisse Favoritenstellung zukommt. Kapitän Stefan Schwab sieht die "Veilchen" jedoch nicht als klaren Außenseiter. "Ich schätze die Chancen 50:50 ein. Die Austria kennt unsere Stärken und wir ihre. Wir kennen uns in- und auswendig, daher ist eine enge Partie zu erwarten", sagte der Mittelfeldspieler.

Die beiden jüngsten Duelle mit den Violetten sind Schwab noch gut in Erinnerung – im Oktober gab es in Liga und Cup innerhalb von vier Tagen jeweils im Happel-Stadion zwei Siege für die Hütteldorfer. Die Austria sei auch aufgrund ihrer Transferaktivitäten im Winter ein gefährlicher Gegner, warnte Schwab. "Sie haben sich gut verstärkt und sind jetzt wahrscheinlich hinten stabiler als im Herbst."

Bei Rapid hingegen dockte zuletzt kein neuer Spieler an – und das wird laut Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel wohl bis zum Ende der Transferzeit am Dienstag so bleiben. "Einen Neuzugang schließe ich beinahe aus", sagte der Schweizer am Freitag. Dafür könnte Andreas Kuen den Verein noch verlassen.

Violett ohne Neo-Abwehrchef Madl

Mit Michael Madl muss Fink den neuen Abwehrchef aufgrund einer Verletzung (Muskelfaserriss) gleich wieder vorgeben. Abdul Mohammed Kadiri und Rückkehrer Patrizio Stronati dürften das Innenverteidiger-Gespann bilden. Links verteidigt der Ex-Rapidler Stefan Stangl, rechts Michael Blauensteiner, da Florian Klein noch nicht Kraft für 90 Minuten hat. Im Tor hat sich Fink für Patrick Pentz als Nummer eins entschieden, Osman Hadzikic bleibt auf der Bank.

Fink versuchte, Optimismus zu versprühen. "Wir haben eine schlagkräftige Mannschaft. Wenn einer ausfällt, haben wir jetzt Spieler dahinter", sagte der Deutsche. "Wir sind guter Dinge", meinte er. "Wir werden topmotiviert ins Spiel gehen und versuchen, dem Gegner den Schneid abzukaufen. Wir wollen zeigen, dass wir eine andere Mannschaft sind als letztes Jahr", sagte Fink auch.

Heiß hergehen könnte es am Sonntag aber nicht nur auf dem Rasen. Mit Stangl kehrt ein ehemaliger Grünweißer als Gegner nach Hütteldorf zurück. Dem Steirer dürfte nicht unbedingt Wiedersehensfreude entgegenschlagen. Dies gilt auch für Holzhauser spätestens nach dessen Disput mit Steffen Hofmann beim 2:2 Anfang Oktober. Beim Spielmacher war die Vorfreude dennoch groß. "Man spielt ja lieber vor 30.000 als vor 6.000", meinte der 24-Jährige. "Wir konzentrieren uns auf unser Leistung, das Rundherum können wir nicht beeinflussen." (APA, 2.2.2018)

SK Rapid Wien – FK Austria Wien (Wien, Allianz Stadion, Sonntag, 16.30 Uhr/live ORF eins und Sky, SR Eisner). Bisherige Saisonergebnisse: 2:2 (h), 1:0 (a); Cup-Achtelfinale: 2:1 (a)

Rapid: Strebinger – Pavelic, M. Hofmann, Galvao, Bolingoli – Ljubicic, Schwab – Schaub, Murg, Schobesberger – Joelinton

Ersatz: Knoflach – Sonnleitner, Auer, Petsos, Szanto, Ve. Berisha, Kvilitaia

Es fehlen: Dibon, Mocinic, Thurnwald (alle im Aufbautraining), Arase (Knochenmarködem, Außenbandriss)

Austria: Pentz – Blauensteiner, Kadiri, Stronati, Stangl – Serbest, Holzhauser – Venuto, Prokop, Pires – Monschein

Ersatz: Hadzikic – Klein, Ruan, De Paula, Alhassan, Sarkaria, Salamon, Friesenbichler

Es fehlen: Madl (Muskelfaserriss), Grünwald, Almer, Westermann (alle im Aufbautraining), Martschinko (nach Kreuzbandriss)

Bilanzen vor dem 325. Wiener Derby:

Gesamt: 324 Spiele – 134 Rapid-Siege, 73 Unentschieden, 117 Austria-Siege (Torverhältnis 605:516)

Meisterschaft: 291 – 122, 70, 99 (537:439)

Bundesliga: 168 – 53, 54, 61 (220:224)

Allianz Stadion: 3 – 0, 1, 2 (2:6)

  • Auswärts war Rapid zuletzt (im Oktober) zweimal gegen die Austria erfolgreich,  im Allianz-Stadion klappte es bisher noch nicht nach Wunsch.
    foto: apa/expa/thomas haumer

    Auswärts war Rapid zuletzt (im Oktober) zweimal gegen die Austria erfolgreich, im Allianz-Stadion klappte es bisher noch nicht nach Wunsch.

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