Teilzeitarbeit nach der Karenz als die "Karrierefalle schlechthin"

    2. Februar 2018, 15:22
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    Viele Frauen kämen beim Wiedereinstieg nach der Karenz nicht mehr in die Positionen, die sie früher in einer Firma hatten oder müssten in klassische Teilzeit-Branchen wechseln

    Wien – Das Arbeitsmarktservice (AMS) verweist auf einen steigenden Anteil von Frauen mit Teilzeitjobs und relativ geringer Arbeitszeit. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen mit weniger als 25 Stunden pro Woche ist in zehn Jahren von 25 auf 27 Prozent gestiegen. "In vielen Fällen wird Teilzeit nach der Karenz zur Karrierefalle schlechthin", warnt AMS-Vorstand Johannes Kopf im "Kurier" (Freitag).

    Viele Frauen kämen beim Wiedereinstieg nach der Karenz nicht mehr in die Positionen, die sie früher in einer Firma hatten oder müssten in klassische Teilzeit-Branchen wechseln. Aber viele wollen auch, bedingt durch die Umstände, lieber Teilzeit als Vollzeit arbeiten. Die Nachfrage nach Teilzeitjobs ist beim AMS nach wie vor größer als das Angebot. Als Gründe nennt Kopf den eigenen Wunsch der Frau, fehlende Betreuungsangebote oder einen "übermächtigen Mann", der von Halbe-Halbe nichts wissen möchte.

    Teilzeitquote von 47 Prozent

    Mit einer Teilzeitquote bei Frauen von 47 Prozent liegt Österreich im EU-Vergleich hinter den Niederlanden auf Platz Zwei, wo die Frauen allerdings im Schnitt 30 Stunden pro Woche arbeiten. Hierzulande wird immer kürzer gearbeitet – mit gravierenden finanziellen Folgen, wie eine Wifo-Studie im Auftrag des AMS zeigt. Durch die Pensionsreform (40 statt 29 Arbeitsjahre zählen zur Pensions-Berechnung) wirkt sich für den späteren Pensionsbezug erheblich aus, wie lange die Erwerbsunterbrechung dauert und ob danach 20 oder 30 Wochenstunden gearbeitet wird. Kindererziehung wird zwar für die Pensionsberechnung angerechnet, aber schon eine zweijährige Teilzeit senkt die Durchschnittspension um 1,7 bis 2,1 Prozent. Wird mehr als die Hälfte des Erwerbslebens 20 Stunden gearbeitet, so fällt das Lebenseinkommen gegenüber 30 Stunden um bis zu 30 Prozent geringer aus.

    Bezüglich der Job-Vermittlung plädiert Kopf für eine Ausweitung der Mindest-Verfügbarkeit bei Betreuungspflichten von 16 auf 20 Stunden – auch weil dem AMS kaum lukrative 16-Stunden-Jobs gemeldet werden. Im Regierungsprogramm ist dieser Wunsch jedoch nicht enthalten. (APA, 2.2.2018)

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